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Konflikt in Afghanistan: Gysi drängt auf „Hilfsangebote“ für die Taliban

CC BY 2.0 / Die LINKE / Martin Heinlein / Der linke Politiker Gregor Gysi (Archivbild)
Der linke Politiker Gregor Gysi (Archivbild) - SNA, 1920, 13.08.2021
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Mit dem Vormarsch der radikal-islamistischen Taliban in Afghanistan wird die Frage immer dringender: Wie sollte die Bundesregierung mit den Islamisten umgehen? Linken-Außenpolitiker Gregor Gysi widerspricht dabei Außenminister Heiko Maas (SPD) und fordert Hilfsangebote für die Miliz.
„Man muss zurückkehren zu Außenpolitik und Diplomatie. Man kann Hilfsangebote immer auch an Bedingungen knüpfen“, sagte der außenpolitische Sprecher der Linksfraktion, Gregor Gysi, gegenüber dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (RND). Sowohl Großbritannien als auch die Sowjetunion und die Nato seien mit Kriegseinsätzen in dem Land gescheitert. Deshalb solle „endlich begriffen werden, dass es eine militärische Lösung nicht gibt“, so Gysi weiter.
Dabei verwies er auf die DDR, die in Syrien erfolgreich ein Berufsschulwesen aufgebaut habe. Dies sei an die Bedingung geknüpft gewesen, dass Mädchen genauso ausgebildet werden müssen wie Jungen. Gysi fragt: „Warum können wir nicht auch gegenüber den Taliban Hilfen anbieten, auf die sie angewiesen sind, und diese Angebote an Bedingungen knüpfen?“
Die islamistische Miliz hatte zuletzt mehrere Städte erobert und soll Medienberichten zufolge mehr als die Hälfte des Landes unter ihre Kontrolle gebracht haben – darunter die zweitgrößte afghanische Stadt Khandahar. Zudem wurde die Stadt Kundus von den Islamisten kürzlich erobert. Dort hatte die deutsche Bundeswehr jahrelang eine wichtige Basis betrieben.
Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) sagte zu der Taliban-Offensive im ZDF: „Wir werden keinen Cent mehr nach Afghanistan geben, wenn die Taliban komplett übernommen haben, die Scharia einführen und dieses Land ein Kalifat wird.“
Gysi sagte dazu gegenüber dem RND: „Diese Einstellung träfe kaum die Taliban, sondern in erster Linie die Bevölkerung.“ Es sei besser, Entwicklungshilfe an sinnvolle Bedingungen zu knüpfen, um es den Taliban schwerer zu machen, ihre Art der Machtausübung zu errichten.
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