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„Äußerst unangebracht“: Iran empört über gemeinsames Foto russischen und britischen Botschafters

© SNA / Anton BystrowIranische Flaggen in Teheran
Iranische Flaggen in Teheran - SNA, 1920, 12.08.2021
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Der russische Botschafter in Teheran, Lewan Dschagarjan, ist wegen einer „unannehmbaren“ Publikation, die in der iranischen Gesellschaft auf Kritik gestoßen war, am Donnerstag ins Außenministerium des Landes einbestellt worden. Die Behörde hob aber zugleich den freundschaftlichen Charakter der Beziehungen zu Moskau hervor.
Hintergrund der Aufregungen in Teheran ist ein von Botschafter Lewan Dschagarjan am Mittwoch gepostetes Twitter-Bild mit seinem britischen Kollegen Simon Shercliff in der russischen Botschaft in Teheran. Das Bild sollte an die sogenannte Teheran-Konferenz der „Großen Drei“ von 1943 erinnern. Dabei besprachen US-Präsident Franklin D. Roosevelt, der britische Premier Winston Churchill und der sowjetische Führer Joseph Stalin die gemeinsame Strategie für das militärische Vorgehen gegen Nazi-Deutschland.

Dem iranischen Außenamt zufolge hat der russische Botschafter Erläuterungen zu dem veröffentlichten Foto gegeben und darauf verwiesen, dass es das Ziel der Publikation gewesen sei, an das Bündnis von Moskau und London im Kampf gegen die Nazis zu erinnern. Wie SNA von der russischen Botschaft erfuhr, sei das Gespräch im iranischen Außenministerium in freundlicher Atmosphäre verlaufen.
Nach den Erläuterungen des Botschafters habe der Direktor des Departements für Eurasien des iranischen Außenministeriums zwar auf den freundschaftlichen Charakter der Beziehungen zwischen dem Iran und Russland verwiesen, jedoch erklärt, dass die Veröffentlichung eines derartigen Fotos – selbst zu dem genannten Zweck – unannehmbar sei, hieß es beim iranischen Außenministerium. Bei der Behörde wurde eine ernsthafte Einstellung zu Fragen der Unabhängigkeit des Landes deklariert.
Zuvor hatte die russische Botschaft im Iran mitgeteilt, dass Dschagarjan sich mit dem neuen Botschafter Britanniens in Teheran, Simon Shercliff, getroffen habe. Auf der Twitter-Seite der russischen Botschaft wird berichtet, das das Treffen „an der historischen Treppe“ stattgefunden habe, „an der im Jahr 1943 die Teheran-Konferenz verlief“, auf der ein Umriss des von Jalta und Potsdam geprägten Nachkriegssystems der internationalen Beziehungen abgesteckt worden sei.
Die Publikation hat scharfe Kritik bei den iranischen Politikern ausgelöst. Der iranische Außenminister Mohammad Dschawad Sarif bezeichnete das Foto als „äußerst unangebracht“, und der Parlamentsvorsitzende Mohammad Baker Galibaf verwies auf die Notwendigkeit „einer entschlossenen diplomatischen Antwort“, falls die Botschafter der beiden Länder keine Entschuldigungen vorbringen sollten.
Angesichts der „zwiespältigen Reaktion“ hat die russische Botschaft später erklärt, dass der Publikation keine „antiiranische“ Aussage zugrunde gelegen habe. Es wurde betont, dass die Botschaft nicht gewollt habe, die Gefühle des freundschaftlichen Volkes des Irans zu verletzen. Der einzige Sinn des Fotos sei, den gemeinsamen Bemühungen der Verbündetenstaaten im Kampf gegen den Nazismus während des Zweiten Weltkrieges Tribut zu zollen.
Teheran bewahrt schmerzhafte Erinnerungen an die Geschichtszeiträume, die mit dem Aufenthalt ausländischer Truppen auf seinem Staatsgebiet verbunden sind. Die Präsenz der sowjetischen und der britischen Kräfte während des Zweiten Weltkrieges war auf die Befürchtung der Verbündetenstaaten über eine Verstärkung der Verbindungen des Irans zu Nazi-Deutschland zurückzuführen. Aus diesem Grund haben die Sowjetunion und Großbritannien im August bis September 1941 eine Operation durchgeführt, bei der sie verschiedene Teile des Landes unter ihre Kontrolle brachten.
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