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Afghanistan
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„Alles bewegt sich in die falsche Richtung“: US-Offizielle befürchten baldigen Fall von Kabul

© AP Photo / Rahmat GulAutobombenangriff in Kabul
Autobombenangriff in Kabul - SNA, 1920, 11.08.2021
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Angesichts des schnellen Vormarsches der militant-islamistischen Taliban in Afghanistan könnte die Hauptstadt Kabul viel früher in die Hände der Aufständischen fallen, als bisher von den USA angenommen wurde, schreibt die „Washington Post“ unter Berufung auf nicht genannte Quellen in den US-Geheimdiensten.
Noch im Juni hätten US-Geheimdienstmitarbeiter die Lage so eingeschätzt, dass Kabul in einem Zeitraum von sechs bis zwölf Monaten nach dem Abzug des US-Militärs unter Kontrolle der Taliban geraten könnte, so das Blatt.
Am Dienstag habe ein Beamter, der anonym bleiben wollte, gesagt, der Zusammenbruch könnte innerhalb von 90 Tagen erfolgen. Aus der Sicht eines anderen Offiziellen sei Kabuls Fall binnen eines Monats nicht ausgeschlossen.
„Alles bewegt sich in die falsche Richtung“, zitierte das Blatt einen Experten, der mit der neuen militärischen Einschätzung vertraut ist.
Trotz der sich schnell verschlechternden Sicherheitslage verteidigte US-Präsident Joe Biden erneut den Abzug des US-Militärs. Washington habe in 20 Jahren in Afghanistan Tausende Militärs verloren und mehr als eine Billion Dollar ausgegeben. Die Afghanen müssten nun „zusammenkommen“ und „um ihren Staat kämpfen“, sagte er laut der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag im Weißen Haus in Washington.
Ihre Streitkräfte seien den Taliban in Bezug auf die Truppenstärke überlegen. Biden versprach, die USA würden den afghanischen Sicherheitskräften weiterhin Luftunterstützung bereitstellen, Nahrungsmittel und Ausrüstung liefern sowie Militärgehälter zahlen.
Laut „The Washington Post“ wird die Kampfstärke der afghanischen Regierungsarmee auf 300.000 Militärs geschätzt. Die Zahl der tatsächlich kampfbereiten Soldaten möge jedoch niedriger sei, denn einige seien wegen Drohungen der Taliban geflohen und andere seien nur auf dem Papier Teil der Truppen, in Wirklichkeit würden sie ihre Aufgaben nicht erfüllen.
Man habe in den letzten Tagen gesehen, dass die Taliban zum Teil Waffen und Ausrüstung nutzt, die der afghanischen Regierung abgenommen wurden, so die Zeitung. Darunter seien Fahrzeuge, die immer noch Abzeichen der afghanischen Truppen hätten.
Ein afghanischer Soldat - SNA, 1920, 11.08.2021
Afghanistan
Trotz Erfolg der Taliban: Biden bereut Truppenabzug aus Afghanistan nicht
Im April hatte Biden angekündigt, den US-Einsatz in Afghanistan – den längsten US-Einsatz im Ausland – zu beenden. Mehr als 95 Prozent der US-Truppen haben das Land bereits verlassen. Schluss mit dem US-Einsatz soll spätestens am 11. September sein.
Die Taliban begannen ihren rasanten Aufmarsch im Mai und haben seit dem Beginn des internationalen Truppenabzugs immer mehr Gebiete in Afghanistan unter ihre Kontrolle gebracht. In den vergangenen Tagen machten sie vor allem im Norden, der an Usbekistan und Tadschikistan grenzt, Boden gut. Sie rückten in mehrere strategisch wichtige Städte ein, darunter Kundus, in dessen Nähe jahrelang Bundeswehr-Soldaten stationiert waren, und nahmen innerhalb etwa einer Woche sieben Provinzhauptstädte ein.
*Unter anderem von der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (Armenien, Kasachstan, Kirgistan, Russland, Tadschikistan, Weißrussland) als Terrororganisation eingestuft, deren Tätigkeit in diesen Ländern verboten ist.
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