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„Sapad 2021“: Gemeinsame Manöver von Russland, China und Belarus – Sorgenfalten bei der Nato

© SNA / Vitaliy TimkivRussische Fahne (Symbolbild)
Russische Fahne (Symbolbild) - SNA, 1920, 11.08.2021
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Das Militär von Russland und Weißrussland führt im September gemeinsam das Manöver „Sapad 2021“ durch. Transatlantische Denkfabriken in den USA warnen vor dieser Übung in der Nähe zum Nato-Raum. „Sicherheitspolitisch eine Unbekannte“, so ein US-Militär. Aktuell trainieren russische und chinesische Streitkräfte miteinander in der Volksrepublik.
Mitte September werden Truppen und Einheiten von Russland und dessen Nachbarn Belarus (Weißrussland) in Grenznähe zu den Nato-Mitgliedsstaaten Polen, Estland, Lettland und Litauen Militär-Manöver abhalten. Zuvor nahmen Russland und China in Vorbereitung darauf vor wenigen Tagen die gemeinsame Militär-Übung „Sapad/Interaction 2021“ in der chinesischen Autonomen Region Ningxia auf.
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In der Region im Nordwesten der Volksrepublik trafen sich beide Armeen „am 9. August zu taktischen Trainingseinheiten für kombinierte Waffensysteme“, wie die staatliche Pekinger Zeitung „Global Times“ berichtete. Mit dabei sind demnach mehrere Boden-Phalanxen sowie Einheiten der russischen und chinesischen Luftwaffe.

„Historisch einmalig“: Russisches Militär operiert mit chinesischen Waffen

Der „Moscow Times“ – einer Moskauer Zeitung in englischer Sprache – zufolge nehmen bis Freitag mehr als 10.000 Soldaten beider Streitkräfte an der immer noch laufenden, fünftägigen Übung teil.
Laut der Wirtschaftszeitung „Kommersant“ setzen „russische Truppen dabei zum ersten Mal in der Geschichte Waffen aus chinesischer Produktion ein. Russland und China haben gemeinsame Militärübungen eingeleitet, um die Zusammenarbeit angesichts regionaler Sicherheitsbedenken und sich verschlechternder Beziehungen zu den USA zu vertiefen.“
Erdöl (Symbolbild) - SNA, 1920, 10.07.2021
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Das teilte demnach das russische Verteidigungsministerium in Moskau am Montag mit.

Russlands Panzer-Brigaden und Luft-Divisionen im Einsatz

In Osteuropa wollen Moskau und Minsk im September nun das Haupt-Manöver „Sapad 2021“ („Westen 2021“) durchführen. Berichten einer weißrussischen, regierungskritischen News-Plattform zufolge hat Moskau auf Wunsch der belarussischen Streitkräfte bereits im Juni Waren und Ausrüstung zur Organisation von Transporten aus Russland und Kasachstan, ebenfalls ein „Sapad“-Teilnehmer, beschafft.
Darin enthalten war beispielsweise „der Transport von militärischer Ausrüstung und Personal in 670 Eisenbahnwaggons“.
Laut militärischen Quellen werden in der Region Nischni Nowgorod, am dortigen Truppenübungsplatz Mulino, unter anderem die 6. Panzerbrigade der russischen Armee sowie die 7. Luftdivision Russlands an dem Manöver teilnehmen. Dem Bericht zufolge umfassen die Übungen „fast ganz Weißrussland“.
Strategisch wichtige Orte für die Übung sind in Belarus demnach die Städte Minsk, Brest, Borisow, Grodno und Witebsk.
Russland und Belarus wollen mit ihrem alle vier Jahre stattfindenden Manöver „die Bereitschaft und Fähigkeiten des westlichen Militärbezirks Russlands in der Region demonstrieren“. Das geht aus einer Analyse des US-amerikanischen „Center for Strategic and International Studies“ (CSIS) hervor, die im Juni veröffentlicht wurde.
„Diese Übung wird nach Russlands jüngster Mobilisierung von schätzungsweise 100.000 Soldaten entlang der ukrainischen Grenze und auf der Krim genau überwacht“, gibt das transatlantisch ausgerichtete sicherheitspolitische Institut eine Lageeinschätzung aus Sicht des Westens. „Obwohl der Kreml am 22. April einen Truppenabzug ankündigte, blieb im Rahmen von ‚Sapad‘ erhebliche militärische Ausrüstung zurück.“

Was der Westen und die Nato erwarten…

Das CSIS stellt folgende Fragen: „Was sollte der Westen von ‚Sapad 2021‘ erwarten? Wie wird sich Russlands jüngste militärische Mobilisierung und Vorpositionierung von Ausrüstung in der Nähe der ukrainischen Grenze auf die Übung auswirken, und was wird uns dies über Russlands zukünftige Fähigkeiten und Absichten entlang seiner Westgrenze sagen?“ Es fragt sich auch, wie die USA und das Nato-Bündnis darauf „in offensiver Haltung“ reagieren könnten.
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Mitte Juli fand dazu eine vom Institut organisierte digitale Podiumsdiskussion mit US-Militärs und Russland-Analytikern aus den Vereinigten Staaten statt. Oberstleutnant Ben Hodges, ein pensionierter US-Militär, sagte, das russische Militär erprobe dabei neue technische Errungenschaften und Möglichkeiten.

Hoffentlich lernen wir (die USA, Paris, Berlin und Brüssel, Anm. d. Red.) daraus so viel wie möglich. Was den Westen dabei besonders beunruhigt, ist die fehlende Transparenz der Übung: Wie viele Truppen nehmen teil? Welche Waffensysteme werden getestet? (…) Wir wissen nicht, was Russland derzeit genau plant. Auch in Bezug auf die Ukraine. In Deutschland finden in diesem Zeitraum Wahlen statt, die meisten Europäer befinden sich im Urlaub. Die US-Regierung ist auf Innenpolitik und China konzentriert. Der Zeitpunkt dieses Manövers ist für mich recht kritisch zu sehen.

„Massive Militär-Übung“ – Think-Tank in Washington

Der US-Think-Tank „Center for European Policy Analysis” (CEPA) ist in Washington beheimatet und angeblich eine „überparteiliche und gemeinnützige“ Denkfabrik, die sich aus US-strategischer Sicht mit Osteuropa befasst. Aktuelle oder frühere Mitglieder im wissenschaftlichen Beirat sind hochrangige Frauen und Männer aus Politik, Militär und Geostrategie. Dazu gehören die frühere US-Außenministerin Madeleine Albright, der ehemalige Top-Berater im Weißen Haus, Zbigniew Brzezinski, der frühere schwedische Außenminister Carl Bildt oder die auch im westlichen Geheimdienst-Umfeld aktive US-Historikerin Anne Applebaum.
Die US-Denkfabrik CETA spricht von „massiven strategischen Militär-Übungen“ im Rahmen von „Sapad“. Das Manöver werde „Tausende von Truppen aus Russland und Weißrussland zusammenbringen, um ihre Mobilität, Einsatzbereitschaft und Interoperabilität zu testen. Was werden diese über russische Fähigkeiten und Absichten signalisieren?“
Kim Yo Jong (Archivbild) - SNA, 1920, 10.08.2021
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Um eine Vorschau der „Sapad 2021“-Übungen zu ermöglichen, „wird ein Expertengremium die Auswirkungen der Übungen auf die eigene Mobilität der Nato und umfassendere Verteidigungs- und Abschreckungsbemühungen in Europa herausarbeiten“

Nato kritisiert Lukaschenko

Nato-Politiker wie der Außenminister Lettlands, Edgar Rinkevics, kritisierten bereits vor wenigen Tagen das angedachte Manöver und griffen im gleichen Atemzug Alexander Lukaschenko, den Präsidenten von Belarus, für dessen umstrittene Flüchtlings-Politik an.
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Die militärischen Übungen „Sapad 2021“ sollen vom 10. bis 16. September auf dem Territorium der Russischen Föderation und Weißrusslands stattfinden. Im Rahmen der Vorbereitung traf bereits Ende Juli russisches Militär in Brest ein, einer weißrussischen Stadt mit über 300.000 Einwohnern nahe der Grenze zu Polen. Dort wurde übrigens 1918 der „Friedensvertrag von Brest-Litowsk“ zwischen dem Deutschen Reich und Sowjetrussland im Ersten Weltkrieg geschlossen.
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