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Rassistischer Familienname? – „Neger“ von Facebook und E-Mail-Filter zensiert

Zensur - SNA, 1920, 11.08.2021
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Unternehmer mit dem Familiennamen „Neger“ müssen sich ständig rechtfertigen. Facebook sperrte sogar betroffene Accounts. Selbst einige E-Mail-Filter sortieren ihre Nachrichten aus.
Martin Neger aus dem österreichischen Krems musste sich in der Vergangenheit häufig rechtfertigen. Wie die österreichische Tageszeitung „Kurier“ berichtete, unterstellen viele Leute ihm wegen seines Namens rassistische Provokation. Die elektronischen Medien hätten seine Schwierigkeiten inzwischen vervielfacht.
Offensichtlich reicht der Künstlichen Intelligenz von Facebook die alleinige Nennung des Familiennamens „Neger“, um gesperrt zu werden. Das zeigt auch ein aktuelles Beispiel anhand Ernst Neger, dem singenden Dachdecker („Humba täterä“).
Auch Martin Neger wurde sein Facebook-Konto gesperrt, nachdem ein anderer User es bei der Plattform-Administration gemeldet hatte. „Die haben mich aufgefordert, meinen richtigen Namen zu verwenden. Erst als ich ihnen einen eingescannten Ausweis geschickt habe, wurde das Konto wieder freigeschaltet. Allerdings nur vorläufig, bis das überprüft ist“, erzählte der Partyveranstalter damals dem „Kurier“. Auch bei Firmen oder Behörden, die einen besonders scharfen Filter verwenden, kämen seine E-Mails erst gar nicht durch.
In der Vergangenheit erhielt Neger auch Kritik von Politikern zu seinem Namen. Er betrieb damals eine Brennholz-Handlung. Das Logo der Firma, das er von seinem Vater übernommen hatte, zeigte damals ein Lagerfeuer. In Kombination mit dem Firmennamen „Neger-Holz“ rief das bei einer Grünen-Politikerin negative Assoziationen hervor. „Anfangs war ich verblüfft. Das Missverständnis konnte ich aber relativ einfach ausräumen“, so Neger.
Als er auf Facebook einmal einen FPÖ-Politiker für seine „menschenfeindlichen Aussagen“ kritisierte, musste er sich von dem vorwerfen lassen, dass er eigentlich seinen Namen ändern sollte.

Der deutsche „Neger“ – ein Handwerksberuf?

Dabei erklärte der Namensforscher Jürgen Udolph, ehemaliger Professor für Onomastik an der Universität Leipzig und Inhaber eines eigenen Forschungsinstituts, in der „Welt“, dass der Nachname Neger schon im deutschen Sprachraum existiert habe, bevor dieser als Synonym für Menschen afrikanischer Herkunft gebraucht wurde. Bei „Neger“ handele es sich vielmehr um eine der mundartlichen Varianten des Berufsnamens des Nähers. Das scheint bei Facebook noch nicht angekommen zu sein.
Eine Namensänderung kommt für Martin Neger sicher nicht in Frage, wie er dem „Kurier“ verrät. Weil der Kremser „Partyminister“ seiner Profession als Eventmanager wegen der Corona-Maßnahmen nicht nachgehen kann, hat er seinen alten Holzhandel „Neger-Holz“ wieder aktiviert. Neben Brennholz soll es Bauholz und Pfähle aller Art geben.
Aber auch hier gab es vor zwei Monaten eine Beschwerde beim Werberat. Grund dafür war eine Werbeanzeige für sein Produkt„Neger-Pfähle“.
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