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Diesel-Skandal: VW-Aktionäre verklagen Porsche-Holding in USA

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Volkswagen-Logo (Archiv)  - SNA, 1920, 10.08.2021
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Die VW-Aktionäre in den USA haben laut einem Reuters-Bericht im Zusammenhang mit dem Abgasskandal den VW-Eigentümer Porsche SE verklagt. Damit sollen Pflichtverletzungen der Holding und des ehemaligen Managements des Wolfsburger Konzerns festgestellt werden. Die Höhe des Schadensersatzes bleibt vorerst unklar.
Die beim Obersten Gerichtshof des Staates New York eingereichte Klage richte sich gegen die Porsche SE und frühere Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder von Volkswagen sowie weitere Personen, berichtet Reuters unter Verweis auf den am Dienstag veröffentlichten Zwischenbericht der Porsche SE.
„Die Kläger behaupten, Aktionäre der Volkswagen AG zu sein, und machen mit ihrer Klage vermeintliche Ansprüche der Volkswagen AG für diese geltend.“ Die Klage - eine sogenannte Derivative Action - stütze sich unter anderem auf den Vorwurf angeblicher Pflichtverletzungen nach dem Aktiengesetz und dem Deutschen Corporate Governance Kodex.
Die Kläger wollen demnach erreichen, dass das Gericht Pflichtverletzungen der Beklagten gegenüber Volkswagen feststellt und dem Wolfsburger Konzern einen Schadensersatzanspruch zuspricht. Die Porsche Automobil Holding SE (PSE) ist mit 53,3 Prozent der Stimmrechte größter Aktionär von Volkswagen. Der bereits im April 2021 bei Gericht eingereichte Schriftsatz sei dem Unternehmen noch nicht zugestellt worden. Die Höhe einer Schadensersatzforderung werde bei der Einreichung einer Klage in den USA üblicherweise noch nicht beziffert, erläuterte ein PSE-Sprecher.
Eine Derivate Action oder Aktionärsderivatklage werde von einem oder mehreren Aktionären im Namen eines Unternehmens gegen einen Dritten erhoben, hieß es bei Reuters. Dieser Dritte sei oft ein Organ einer Gesellschaft, etwa der Vorstand oder die Aufsicht. Die Kläger wollten damit an die Stelle der Gesellschaft treten, wenn diese aus ihrer Sicht selbst nicht aktiv geworden sei.
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Die Porsche SE und Volkswagen seien vor Gerichten in Braunschweig und Stuttgart bereits mit Anlegerklagen in Höhe von mehreren Milliarden Euro konfrontiert. Dabei würden die Kläger den Unternehmen vorwerfen, sie zu spät über den Dieselskandal informiert zu haben, und Schadensersatz wegen erlittener Kursverluste ihrer Aktien fordern. Volkswagen hätte vor beinahe sechs Jahren auf Druck der US-Umweltbehörden zugegeben, Abgaswerte von Dieselautos manipuliert zu haben. Die Wiedergutmachung des Skandals habe den Wolfsburger Autokonzern bisher mehr als 32 Milliarden Euro gekostet.
Die Wolfsburger hätten sich unlängst mit dem ehemaligen Konzernchef Martin Winterkorn und Ex-Audi-Chef Rupert Stadler sowie zwei weiteren Ex-Vorständen auf eine Entschädigung im Dieselskandal geeinigt. Winterkorn zahlt demnach 11,2 Millionen Euro, auf Stadler entfallen 4,1 Millionen. Mit dem außergerichtlichen Vergleich wolle Volkswagen einen Strich unter dieses Kapitel ziehen. Bei Kleinaktionären und Fondsgesellschaften sei die Einigung jedoch auf Kritik gestoßen. Sie würden monieren, dass die Summe unter dem liege, was Winterkorn zuletzt als Vorstandschef verdient habe, und er keine weiteren Forderungen von VW fürchten müsse.

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