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Umstrittene dritte Impfung für Senioren und Risikogruppen ab September

© CC0 / Pixabay / v-3-5-N-aSpritzen (Symbolbild)
Spritzen (Symbolbild) - SNA, 1920, 10.08.2021
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Die Gesundheitsminister von Bund und Länder haben sich auf eine sogenannte „Auffrisch-Impfung“ für „gefährdete Bevölkerungsgruppen“ verständigt. Darunter fallen Senioren sowie Menschen mit Immunschwäche. Dabei würden die Impfstoffe von Moderna und Biontech eingesetzt. Als Vorbild gilt laut Medien Israel.
Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern haben am Montag entschieden, ab September „besonders gefährdeten Gruppen die Möglichkeiten einer Dritt-Impfung zu geben“. Das berichtete der Westdeutsche Rundfunk (WDR). Dazu würden ältere Menschen, Pflegebedürftige und Patienten mit Immunschwäche zählen. Auf diese Regelung verständigten sich die Minister.
„Zudem sollen alle vollständig Geimpften, die bislang nur Vektor-Impfstoffe – also von Astrazeneca oder Johnson & Johnson – verabreicht bekommen haben, auch ein weiteres Impfangebot mit einem mRNA-Präparat erhalten.“
Der Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz und bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) wurde wie folgt zitiert: „Wir gehen vorbereitet in den Herbst.“ Für Ältere, Pflegebedürftige und Menschen mit Immunschwäche werde die dritte Corona-Impfung nur mit den Impfstoffen von Biontech oder Moderna verabreicht.
Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeheimen und anderen Einrichtungen sollen die dritte Impfung erneut von „mobilen Teams“ erhalten. Andere würden „das Angebot“ von ihren behandelnden Ärzten bekommen. „In allen Fällen soll die Auffrischungsimpfung frühestens sechs Monate nach der erstmaligen Herstellung des vollständigen Impfschutzes erfolgen“, sagte Holetschek. Laut den Gesundheitsministern wird noch an einem Konzept gearbeitet, wie die Dritt-Impfungen konkret umgesetzt werden sollen.
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Kritik an der dritten Impfung

Ob eine dritte Impfung überhaupt nötig sei, ist laut dem bayerischen Gesundheitsminister aktuell nicht eindeutig zu beantworten. „Denn wie lange der Schutz vor einer Covid-19-Infektion bzw. -Erkrankung bei vollständig geimpften Personen genau anhält, ist nach Informationen des Robert-Koch-Instituts (RKI) noch nicht bekannt. Eine Vorab-Publikation aus der Zulassungsstudie für den Biontech-Impfstoff kommt zu dem Ergebnis, dass die Wirksamkeit des Vakzins nach der zweiten Impfung leicht, aber kontinuierlich nachlässt. In der noch nicht von anderen Wissenschaftlern begutachteten Studie kommen die Forscher allerdings zu dem Schluss, dass der Impfstoff von Biontech trotz der leicht nachlassenden Wirkung „weiterhin ‚hochwirksam‘ ist“, so Holetschek.
Unterdessen schlägt der Immunologe Luka Cicin-Sain vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung Braunschweig vor, dass es am sinnvollsten sei, zuvor Seniorinnen und Senioren auf „eine besonders schlechte Immunantwort und Antikörper“ zu testen. Daher sieht er die Pläne für eine generelle dritte Impfung kritisch. Das erklärte der Wissenschaftler am Dienstag im ZDF.
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Laut weiteren Medienberichten hat Stiko-Chef Thomas Mertens bereits angekündigt, dass sich sein Gremium „intensiv mit der Frage der Auffrischungs-Impfung“ befassen werde. „Gleichzeitig empfiehlt das RKI aber bereits seit vergangener Woche, sogenannte ‚Booster-Impfungen‘ insbesondere für Ältere und Risikogruppen für den Herbst zu planen und vorzubereiten.“
Der WDR zieht abschließend einen internationalen Vergleich und nennt Israel als Land mit sehr hoher Impf-Quote in der Bevölkerung. Demnach biete Tel Aviv seit Sonntag Impfungen zur Auffrischung für alle über 60-jährigen Israelis an. Als Grund nannte das israelische Gesundheitsministerium, dass die Wirkung des Biontech-Vakzins „wegen der Ausbreitung der Delta-Variante“ stark gesunken sei.
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