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„Keine Lockdown-Politik mit dem Holzhammer“ – Bundesärztekammer appelliert an Politik

© REUTERS / LOREN ELLIOTTLockdown in Australien (Archivbild)
Lockdown in Australien (Archivbild) - SNA, 1920, 10.08.2021
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Neue Wege statt neuer Lockdowns und solide Aufklärung statt leichtfertiger Benachteiligung Ungeimpfter - die Bundesärztekammer (BÄK) rät der Politik, sich nicht nur von der Inzidenz zu verabschieden, sondern die Menschen gezielt zu informieren, richtigzustellen und die sozialen Netzwerke nicht den Impfgegnern zu überlassen.
Anlässlich des Bund-Länder-Gipfels am Dienstag hat die Bundesärztekammer (BÄK) einen Appell an die Politiker veröffentlicht, um ihnen bei der Entscheidungsfindung zu helfen. Darin sprechen sich die Mediziner für eine Neuausrichtung der Politik aus, die die Koexistenz mit dem Virus ermöglichen soll.
„Statt simpler Lockdown-Politik mit dem Holzhammer im Sinne bloßer Kontaktreduzierung brauchen wir zielgenauere und evidenzbasierte Anti-Corona-Maßnahmen in Deutschland. Weil viele Menschen, vor allem Kinder und Jugendliche, unter den Beschränkungen in vielfältiger Form leiden, ist das auch aus medizinischen und psychosozialen Gründen dringend erforderlich“, heißt es in der Pressemitteilung.
Um die Gefahrenlage einzuschätzen, sei nicht mehr die Inzidenz als Wochenmittel der Neuinfektionen maßgeblich, sondern:
die Hospitalisierungsrate: die Zahl derer, die wirklich in Krankenhäuser kommen
die Zahl derer, die tatsächlich an Covid-19 erkrankt sind
die Test-Positivrate, also der Anteil von positiven Tests an allen in einer Region durchgeführten Tests
die Impfquote
die Altersstruktur der Infizierten, die sich mit dem Impffortschritt bereits verschoben hat
„Die meisten der dafür erforderlichen Daten werden von den Gesundheitsämtern, vom Robert Koch-Institut sowie von Wissenschaftlich-Medizinischen Fachgesellschaften erhoben und liegen vor. Man muss sie nur nutzen“, betont die BÄK.
CDU-Politiker Friedrich Merz (Archivbild) - SNA, 1920, 10.08.2021
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Außerdem warnt die BÄK vor zu leichtfertigem Einsatz der 2-G-Regelung, bei der ungeimpfte Personen von einem Teil des gesellschaftlichen Lebens ausgeschlossen werden, wenn es die Pandemie-Lage erfordert.
„Dauerhafte Einschränkungen für Ungeimpfte nach der sogenannten 2-G-Regelung muss die Ultima Ratio bleiben, wenn sich eine Überlastung der Kliniken nicht anders verhindern lässt.“
Das Hauptgewicht sollte aber auf der Aufklärung der Bevölkerung liegen: „Entscheidender ist jetzt, dass Bund und Länder heute ihre Impfkampagne neu justieren. Die Aufforderung ‚Ärmel hoch‘ allein reicht nicht mehr aus. Wir brauchen Klarheit darüber, warum sich Menschen nicht impfen lassen wollen, damit wir die einzelnen Gruppen gezielt ansprechen können.“ Hier gibt es grob zwei Gruppen. Die einen haben die Impfung aus „möglicherweise profanen Gründen aufgeschoben“, also aus Bequemlichkeit oder Impfmüdigkeit. Die anderen, „fühlen sich nicht ausreichend informiert oder wurden von Impfgegnern gezielt desinformiert“ und bleiben deshalb der Impfung fern.
„Diese Menschen müssen wir aufklären. Das können Ärztinnen und Ärzte allein nicht leisten. Hier muss die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung medial nachlegen und insbesondere in den sozialen Netzwerken auch über Fake-News aufklären. Wir dürfen radikalen Impfgegnern nicht länger die Meinungsführerschaft in den sozialen Netzwerken überlassen“, so die BÄK.
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