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CDU fordert Zurückziehen von umstrittenem SPD-Wahlspot – Netz scheint ihn eher zu mögen

© REUTERS / LEON KUEGELERArmin Laschet (l.) und Olaf Scholz (Archiv)
Armin Laschet (l.) und Olaf Scholz (Archiv) - SNA, 1920, 10.08.2021
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Die CDU hat mit scharfer Kritik auf ein Wahlkampf-Video der SPD reagiert. Unter Benutzern sozialer Netzwerke konnte sich der Spot allerdings ziemlich vieler Unterstützung erfreuen.
Das Video zeigt, wie im Stil von Matrjoschka-Puppen (Schachtelpuppen) aus der Figur des CDU-Vorsitzenden und Kanzlerkandidaten der Union, Armin Laschet, nach und nach weitere Puppen entpackt werden. Sie tragen dabei die Gesichter seiner Parteikollegen, darunter Hans-Georg Maaßen und Friedrich Merz. Symbolisch soll gezeigt werden, wer eigentlich hinter Laschet steht.
Unter anderem tauchte eine Puppe mit dem Gesicht von Laschet-Intimus, dem Chef der Düsseldorfer Staatskanzlei Nathanael Liminski, auf. Eine Stimme aus dem Off sagt dazu „... erzkatholische Laschet-Vertraute, für die Sex vor der Ehe ein Tabu ist“. Dies soll eine Anspielung auf eine Äußerung Liminskis sein, die der bekennende Katholik 2007 in einer ARD-Sendung als eine „persönliche Entscheidung“ rechtfertigte.
Liminski gehört zu den Gründern des papsttreuen katholischen Netzwerkes „Generation Benedikt“, das für seine erzkonservative Haltung bekannt ist. Sein Vater, Journalist und Publizist Jürgen Liminski, war Mitglied der katholischen Gemeinschaft Opus Dei.
Die CDU forderte die SPD laut Medienberichten auf, auf den Wahlkampfspot zu verzichten. Aus der Sicht des CDU-Generalsekretärs Paul Ziemiak sollte man „nicht weiter ein religiöses Bekenntnis dazu missbrauchen, um Wahlkampf gegen andere zu machen“.

„Das Beste wäre jetzt für alle, das nicht zu einer großen Debatte im Wahlkampf zu machen, sondern einfach schlicht und ergreifend diesen Film zurückzuziehen“, zitiert die Nachrichtensendung „Tagesschau“ am Dienstag Ziemiak.

Der Leiter des Katholischen Büros in Düsseldorf, Antonius Hamers, sprach gegenüber der Zeitung „Kölner Stadt-Anzeiger“ im Zusammenhang mit dem Wahlwerbespot der SPD von Verbreitung „antikatholischer Klischees“.

„In dieser Weise antikatholische Klischees zu verbreiten, finde ich sehr befremdlich“, sagte der Vertreter der fünf katholischen NRW-Bistümer bei Landesregierung und Landtag laut dem Blatt.

Er halte es für falsch, jemanden wegen seines Glaubens zu diskreditieren, so Hamers.

Reaktionen auf Twitter: Ablehnung und Unterstützung des Werbespots

Einige Internet-Benutzer warfen der SPD „ganz ganz billigen und üblen Wahlkampf“ und „schlechten Stil“ vor und verurteilten das „negative Campaigning“. Aus der Sicht des „Welt“-Journalisten Lucas Wiegelmann hat die SPD damit ein „Eigentor“ geschossen und „freiwillig Millionen von Katholiken“verletzt.
Laut dem Grünen-Politiker Volker Beck mag Liminski „merkwürdige Positionen vertreten und Verbindungen“ auch haben. Dass er katholisch sei, spreche allerdings „nicht gegen ihn und nicht gegen Laschet“.
Viele Netz-User äußerten sich aber anerkennend über das SPD-Video und übten Kritik an der CDU. Es wurde außerdem darauf hingewiesen, dass in der deutschen Politik in den letzten Monaten „immer wieder munter gürtellinienverachtend geholzt“ werde. Das „Gejammer der CDU und der katholischen Kirche“ sei etwas irritierend, schrieb am Montag der Twitterer unter dem Namen Malte Dürr.
Aus der Sicht der Social-Media-Benutzerin „Sandra“ ist der Spot „großartig“ und „hätte sogar noch ‚schärfer‘ sein können“.
„Das einzige Problem ist aber, dass ich die Lösung für die angesprochenen Probleme nicht bei der SPD sehe. Wer hat uns denn die letzten Jahren regiert?“, schrieb sie am Dienstag.
Laut dem User „Fotograf L.“ wird die SPD mit einem Zurückziehen des Videos „genau das“ zeigen, was sie „unwählbar“ mache: „Schwäche, umfallen, kneifen, Angst, Verrat und dass sie bis zur Hüfte im A**** von Lobbyverbänden“ stecke.
Bundesfinanzminister Olaf Scholz - SNA, 1920, 03.08.2021
Bundeskanzler Olaf Scholz? Gut möglich, aber ...
Wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre, würden laut dem jüngsten ARD-„Deutschlandtrend“ vom 5. August 27 Prozent der Befragten für die CDU/CSU stimmen. 19 Prozent würden ihre Stimmen für Grüne, 18 Prozent für die SPD, zwölf Prozent für die FDP abgeben. Die AfD würden zehn Prozent der Befragten wählen, die Linke sechs Prozent. Die Wahl zum 20. Deutschen Bundestag findet am 26. September statt.
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