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„Seltenes Beispiel“: Biontech kurbelt deutsches Wachstum um 0,5 Prozent an

© AP Photo / Michael ProbstBiontech-Logo
Biontech-Logo - SNA, 1920, 10.08.2021
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Das Mainzer Biopharma-Unternehmen Biontech, Hersteller eines Corona-Impfstoffs, wird in diesem Jahr rund 0,5 Prozent zum deutschen Bruttoinlandsprodukt beitragen können, schätzte der Wissenschaftliche Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), Sebastian Dullien, am Dienstag im Gespräch mit Reuters.
Demnach dürfte durch den Erfolg des Konzerns auch das Wirtschaftswachstum um etwa einen halben Punkt zulegen. Viele Experten trauen Deutschland laut Reuters in diesem Jahr ein Wachstum von etwa vier Prozent zu, wovon etwa ein Achtel allein auf Biontech entfalle.
„Ich kann mich an keinen Fall erinnern, in dem ein Unternehmen einen solchen Einfluss auf das deutsche BIP hatte“, zitiert die Agentur Dullien.
Als Makroökonom picke er sich normalerweise keine Unternehmen heraus. Manchmal gebe es jedoch seltene Fälle, in denen einzelne Unternehmen eine gesamtwirtschaftliche Relevanz hätten.
„Biontech ist so ein seltenes Beispiel.“
Dulliens Berechnungen basieren auf der am Montag angehobenen Prognose des Unternehmens. Es stellt in diesem Jahr mit dem Covid-19-Vakzin Verkaufserlöse von 15,9 (bislang: 12,4) Milliarden Euro in Aussicht stellt. Dies entspreche rund einem halben Prozent des deutschen Bruttoinlandsprodukts.
„Da Biontech relativ wenige Vorprodukte aus dem Ausland bezieht, ist das eine nahezu reine Wertschöpfung im Inland“, sagte der Ökonom. „Das wirkt sich direkt auf das Wirtschaftswachstum aus.“
Biontech lässt den auf der neuen mRNA-Technologie basierenden Impfstoff etwa in Marburg produzieren und kassiert außerdem Gebühren von seinem US-Partner Pfizer.
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Biontech und Pfizer hatten Ende 2020 die erste Zulassung für einen Covid-19-Impfstoff in der EU und in den USA erhalten. Das Geschäft mit dem Vakzin beflügelte das Mainzer Unternehmen: Im zweiten Quartal setzte Biontech dank des Impfstoff-Geschäfts 5,31 Milliarden Euro um nach lediglich 41,7 Millionen im gleichen Vorjahreszeitraum. Der Nettogewinn betrug 2,79 Milliarden Euro nach einem Verlust von 88,3 Millionen ein Jahr zuvor.
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