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Weißrussische Sportlerin in Polen: Timanowskaja über ihre Sicherheit besorgt

© SNA / Lech Sochatzki / Zur BilddatenbankKristina Timanowskaja
Kristina Timanowskaja - SNA, 1920, 09.08.2021
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Die weißrussische Leichtathletin Kristina Timanowskaja, die sich derzeit in Polen befindet, fühlt sich laut ihren Aussagen gegenüber dem japanischen TV-Sender NHL sogar in Polen nicht in Sicherheit.
Die Sportlerin sagte, dass sie in Polen ständig in der Begleitung einer Bewachung sein sollte, und ist sich nicht sicher, ob sie gefahrlos nach draußen gehen könne. Dabei verwies sie auf einen belarussischen Anti-Regierungs-Aktivisten (Witali Schischow – Anm. d. Red.), der zuvor in diesem Monat in der Ukraine tot aufgefunden worden war.
Ferner fügte Timanowskaja hinzu, dass sie gern an einem Marathon in Polen teilnehmen würde, der zeitlich auf den Jahrestag der Präsidentschaftswahlen in Weißrussland abgestimmt ist.
„Ich möchte diesen laufen, um die weißrussische Bevölkerung, darunter auch Journalisten, Athleten und politische Gefangene, zu unterstützen.“
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Fall Timanowskaja

Zuvor hatte sich Timanowskaja geweigert, nach Weißrussland zurückzukehren. Der Sportlerin, die nach Kritik an ihrem Verband wohl gegen ihren Willen aus Tokio ausgeflogen werden sollte, hatten mehrere Staaten Hilfe oder Asyl angeboten. Derzeit befindet sie sich in Polen, das ihr ein humanitäres Visum erteilt hat.
Die Läuferin hätte bei den Olympischen Sommerspielen in Tokio eigentlich im 200-Meter-Sprint der Damen für ihr Heimatland Weißrussland antreten sollen.
Timanowskaja informierte via Instagram, dass sie aber ohne Erklärungen für den 400-Meter-Lauf aufgestellt wurde. „Man hat beschlossen, alles hinter meinem Rücken zu machen“, schrieb sie. Die hochrangigen Personen sollten laut ihren Worten die Sportler respektieren und deren Meinung berücksichtigen.
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Medien berichten, dass Timanowskaja zuvor eine Instagram-Story gepostet hatte, in der sie belarussische Funktionäre kritisiert haben soll, die sie ohne ihr Wissen für diese Distanz aufgestellt hätten, weil der Verband nicht die Anzahl ausreichender Dopingkontrollen für die Sportlerinnen habe gewährleisten können, die für die 400-Meter-Staffel vorgesehen waren. Später soll das Video gelöscht worden sein.
Am 1. August hatte das belarussische NOK erklärt, dass Timanowskaja „aufgrund ihres emotionalen und psychologischen Zustands“ nicht mehr an den Olympischen Spielen teilnehmen könne.
Die oppositionelle belarussische Athletenvertretung Belarusian Sport Solidarity Foundation teilte am 1. August via Telegram mit, dass Timanowskaja aus Tokio ausgeflogen werden soll. Am Flughafen Haneda hatte sie den Rückflug verweigert und sich an die japanische Polizei gewendet.

Weißrussischer Aktivist tot

Anfang August war berichtet worden, dass der Chef der Organisation „Belarussisches Haus in der Ukraine“, Witali Schischow, einen Tag nach seinem Verschwinden in einem Park der ukrainischen Hauptstadt Kiew tot aufgefunden worden war. Die Polizei schließt nicht aus, dass es sich um Mord handeln könne, der als Suizid getarnt war. Die Organisation „Belarussisches Haus in der Ukraine“ erklärte, dass Schischow von den weißrussischen Geheimdiensten beobachtet worden sein soll, und warf ihnen seine „Liquidierung“ vor. Der Chef der ukrainischen Nationalpolizei, Igor Klimenko, sagte seinerseits, dass es keine Eingaben von Schischow über die Beobachtung gegeben habe.
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Präsidentenwahl in Belarus

Bei der Präsidentenwahl im August 2020 war der Langzeitpräsident Alexander Lukaschenko nach amtlichen Angaben mit mehr als 80 Prozent der Stimmen für eine sechste Amtszeit gewählt worden. Die Opposition sprach von Wahlbetrug und erklärte ihre Kandidatin Swetlana Tichanowskaja zur Siegerin.
Daraufhin kam es landesweit zu Protesten, die von den Ordnungskräften zunächst gewaltsam niedergeschlagen wurden.
In Weißrussland wurden gegen eine Reihe von Oppositionsanführern Strafverfahren eingeleitet.
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