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Russischer Botschafter in Deutschland spricht von baldigem Abschluss von Nord Stream 2

© SNA / Dmitri Lelchuk / Zur BilddatenbankDie Fertigstellung von Nord Stream 2
Die Fertigstellung von Nord Stream 2 - SNA, 1920, 09.08.2021
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Die Gaspipeline Nord Stream 2 ist laut dem russischen Botschafter in Deutschland, Sergej Netschajew, derzeit in der letzten Bauetappe. Dazu äußerte er sich in einem Interview mit der russischen Zeitung „Iswestija“.
„Die Bauarbeiten befinden sich in der letzten Etappe, bis zu ihrem vollständigen Abschluss sind es nur noch wenige Wochen“, so der russische Botschafter.
Dazu erklärte er: „Die USA und Deutschland haben kein Abkommen über Nord Stream 2 geschlossen.“ Der Botschafter verwies darauf, dass es sich dabei um eine Erklärung handle; diese sei kein juristisches Dokument, das die Seiten zu dessen Unterzeichnung verpflichtet. „Russland, das sich nicht an der Vorbereitung beteiligt hat, erlegt es keine Verpflichtungen auf.“
„Wir gehen davon aus, dass die deutsch-amerikanische Vereinbarung das Tempo und die Fristen der Bauarbeiten von Nord Stream 2 nicht beeinflussen wird.“
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Bundestagswahl und Nord Stream 2

Auf die Frage, ob sich die Position Berlins gegenüber Nord Stream 2 nach der Bundestagswahl verändern könnte, erinnerte Netschajew daran, dass Russland und Deutschland derzeit eine komplizierte Entwicklungsphase durchleben, die aufgrund der von Berlin ausgewählten Linie gegenüber Moskau, darunter auch wegen illegitimen Russland-Sanktionen, entstanden sei.
Jedoch haben die beiden Länder ihm zufolge viele gemeinsame Themen und Bereiche gegenseitiger Interessen, darunter auch die Erweiterung der gegenseitig vorteilhaften Zusammenarbeit in den Bereichen Handel, Wirtschaft, Energie und Investitionen mit Schwerpunkt auf Digitalisierung, KI, Wasserstoffenergie und Klimaschutz.
„Im Zusammenhang mit den bevorstehenden Parlamentswahlen in Deutschland möchte ich betonen, dass wir die Willensäußerung der deutschen Bevölkerung respektieren werden und zu einem Dialog und einer Zusammenarbeit mit der legitim gewählten und gemäß demokratischen Prozeduren gebildeten deutschen Regierung bereit sind.“
„Was Nord Stream 2 angeht, war und wird es (das Projekt) trotz aller Aufregung im Westen um dieses Thema eine Kommerzinitiative von interessierten Unternehmen sein, darunter von fünf europäischen Energiekonzernen (Uniper SE, Wintershall Dea, OMV, Shell und Engie). Das Projekt hat alle notwendigen Genehmigungen erhalten und wird gemäß der Gesetzgebung Deutschlands und der EU umgesetzt.“
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Deutsch-amerikanische Erklärung zu Nord Stream 2

Im Juli hatten die USA und Deutschland ihre gemeinsamen Ziele und Überzeugungen zu Fragen der Unterstützung der Ukraine und der europäischen Energiesicherheit in einer gemeinsamen Erklärung festgehalten. Dort ging es auch um die Gaspipeline Nord Stream 2. „Zugleich sind sich die USA und Deutschland darin einig, dass Energie und Pipelines, auch die Nord Stream 2 Pipeline, nicht für aggressive politische Zwecke missbraucht werden dürfen“, hieß es unter anderem in der Erklärung. In einem solchen Fall wird Berlin auf nationaler Ebene handeln und in der Europäischen Union auf effektive Maßnahmen einschließlich Sanktionen drängen.
Unter anderem wollen die USA und Deutschland mit einem sogenannten „Grünen Fonds“ die Ukraine bei der Umstellung auf sauberere Energiequellen unterstützen.

98 Prozent der Pipeline fertiggestellt

Matthias Warnig, CEO der Nord Stream AG, erklärte Mitte Juli gegenüber dem „Handelsblatt
„Mittlerweile sind 98 Prozent der Pipeline fertiggestellt. Die zwei Prozent, die noch fehlen, betreffen einen der beiden Stränge. Der andere Strang ist komplett gebaut.“

Nord Stream 2

Das Projekt Nord Stream 2 umfasst den Bau von zwei Strängen der Pipeline mit einer Gesamtkapazität von 55 Milliarden Kubikmetern Gas pro Jahr. Die Gasleitung soll von der russischen Küste durch die Ostsee nach Deutschland verlaufen.
Es ist vor allem Kiew, das aus Angst vor Einnahmeverlusten bei dem russischen Gastransit durch sein Territorium entschieden gegen die Pipeline auftritt. Auch die Vereinigten Staaten, die ihr Flüssigerdgas (LNG) in der Europäischen Union abzusetzen versuchen, weisen das Projekt zurück. Im Dezember 2019 hatten die USA restriktive Maßnahmen gegen Unternehmen verhängt, die am Bau der russischen Gaspipeline beteiligt waren, weshalb der Bau unterbrochen werden musste. Ein Jahr später wurde die Rohrverlegung wieder aufgenommen.
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