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Großbritanniens Verteidigungsminister: „Nato-Abzug aus Afghanistan ist Armutszeugnis des Westens“

© AP Photo / Alex BrandonGroßbritanniens Verteidigungsminister Wallace (Archivbild)
Großbritanniens Verteidigungsminister Wallace (Archivbild) - SNA, 1920, 09.08.2021
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Laut dem britischen Verteidigungsminister Ben Wallace haben fast alle Nato-Mitgliedsstaaten „kein Interesse“ an dem Angebot gehabt, nach dem US-Abzug in Afghanistan zu bleiben. Darüber informierte die „Daily Mail“ am Sonntagabend.
Als er gefragt wurde, ob das Vereinigte Königreich mehr tun könne, um den belagerten afghanischen Streitkräften zu helfen, antwortete Verteidigungsminister Wallace wie folgt: „Na ja, ich habe versucht, mit den Nato-Staaten zu sprechen, aber sie haben kein Interesse, fast alle von ihnen.“ Einige hätten es schon gehabt, aber ihre Parlamente seien dagegen gewesen, erklärte der Minister weiter. Ziemlich schnell sei es klar geworden, dass ohne die Vereinigten Staaten als Rahmennation der Verbleib der anderen keine Option mehr wäre. Der Nato-Abzug ist laut Wallace „ein Armutszeugnis für die kurzfristigen Strategien der westlichen Staaten“.
„Wieder einmal hat sich gezeigt, dass der Westen glaubt, Probleme lösen zu können, ohne sie zu bewältigen.“
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Auch ein unilaterales Vorgehen Großbritanniens in Afghanistan wurde laut Wallace in Erwägung gezogen: „Wir hätten eine Truppe dorthin entsenden können, aber wir hätten uns aus vielen anderen Orten der Welt zurückziehen müssen. Die Möglichkeit (...) war nicht umsetzbar“, resümierte er. „Wir alle, vom Premierminister an, waren traurig über all das Blut und die Werte, die eingesetzt wurden, und darüber, dass es so enden würde“, meinte Wallace gegenüber der „Daily Mail“.
„Wir werden wahrscheinlich in zehn oder 20 Jahren zurückkommen. Aber jetzt zu handeln, ist nicht möglich. Der Schaden wurde mit dem Abkommen angerichtet“, so der Verteidigungsminister.
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Wallace kritisierte zudem das im vergangenen Jahr unterzeichnete US-Abkommen mit den Taliban*, das den mehr als 18 Jahre währenden Konflikt in Afghanistan beenden sollte. „Der Deal war eine faule Nummer, er ist fehlerhaft“, betonte Wallace. Seiner Ansicht nach habe der Deal die Kämpfer davon überzeugt, dass sie gesiegt hätten.
Zuvor hatten alle Nato-Staaten beschlossen, ihre Soldaten in diesem Jahr nach Hause zu holen. Die Entscheidung führte dazu, dass die afghanischen Sicherheitskräfte unter dem Kommando von Präsident Ashraf Ghani das Land allein verteidigen müssen. Die Terrormiliz Taliban startete seitdem ihre Offensive und kontrolliert momentan bereits mehr als die Hälfte des Landes. Seit Freitag übernahmen ihre Kämpfer die Kontrolle über fünf Provinzhauptstädte.
* Unter anderem von der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (Armenien, Kasachstan, Kirgisistan, Russland, Tadschikistan, Weißrussland) als Terrororganisation eingestuft, deren Tätigkeit in diesen Ländern verboten ist.
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