Registrierung erfolgreich abgeschlossen!
Klicken Sie bitte den Link aus der E-Mail, die an geschickt wurde

Armenisch-aserbaidschanischer Grenzstreit: Eriwan schließt gewaltsame Lösung nicht aus

© SNA / Aleksei Kudenko / Zur BilddatenbankAngespannte Situation um Bergkarabach
Angespannte Situation um Bergkarabach   - SNA, 1920, 09.08.2021
Abonnieren
Armeniens Verteidigungsminister Arschak Karapetjan hat bei einem Treffen mit dem Generalsekretär der Organisation des Vertrages über kollektive Sicherheit (OVKS), Stanislaw Sas, am Montag in Eriwan ein gewaltsames Vorgehen Armeniens an der Grenze zu Aserbaidschan nicht ausgeschlossen.
Wenn die Situation an der armenisch-aserbaidschanischen Grenze keine friedliche Lösung finden sollte, werde Eriwan sich das Recht vorbehalten, zu Gewalt zu greifen, sagte Karapetjan, wie es beim Pressedienst des armenischen Verteidigungsministeriums hieß.
Laut Karapetjan habe die armenische Seite noch im Mai – „einer für Armenien recht angespannten Zeitperiode“ – einen Besuch des OVKS-Generalsekretärs erwartet. „Leider hat der Besuch nicht stattgefunden.“ An der Grenze habe sich heute eine stabile, schwere Situation herausgebildet, so der Minister.

„Im Mai sind aserbaidschanische Truppen aus zwei Richtungen in armenisches Staatsgebiet eingedrungen. Das macht uns große Sorgen. Wir sind Friedensanhänger. Wir wollen auf keinen Fall Spannungen an unseren Grenzen. Dabei sind wir nicht dazu bereit, uns mit den Handlungen abzufinden, die zur Verletzung der Staatsgrenze Armeniens führen könnten. Wir werden unsere Territorien entschieden verteidigen. Wir sind selbstverständlich darum bemüht, die Frage friedlich zu lösen, und zeigen unsere Friedensliebe. Aber unsere Geduld ist nicht unendlich. Wenn es keine friedliche Regelung der Situation an unseren Grenzen geben wird, behalten wir uns das Recht vor, die Frage gewaltsam zu lösen“, zitiert der Pressedienst Karapetjan.

Laut dem Pressedienst hat der Verteidigungsminister sein Bedauern darüber geäußert, dass „die Mechanismen der Beschlussfassung und des Reagierens auf Krisensituationen in der OVKS den modernen Anforderungen der Entwicklung der operativen Situation nicht angemessen sind“. Karapetjan informierte den OVKS-Generalsekretär über die konzeptionelle Herangehensweise bei der bevorstehenden Vorsitzführung Armeniens in der OVKS. Die Erhöhung der Effektivität und die Vervollkommnung dieser Organisation seien für die armenische Seite vorrangig, betonte er.
Flaggen von Armenien und Aserbaidschan im Grenzgebiet  - SNA, 1920, 26.07.2021
Grenzstreit im Kaukasus: Armenien und Aserbaidschan werfen einander Beschuss vor
Sas teilte seinerseits mit, dass am 15. September in Duschanbe gemeinsame Sitzungen der Räte der Außenminister und der Verteidigungsminister sowie des Komitees der Sekretäre der Sicherheitsräte der OVKS stattfinden sollen. Für den 16. September ist eine Tagung des Rates für kollektive Sicherheit angesetzt, in der Armenien die Vorsitzführung in der OVKS übernehmen werde.
Am 28. Juli hatte es erneut Schusswechsel an der armenisch-aserbaidschanischen Grenze gegeben. Aus Baku verlautete, dass Armenien wieder das Waffenstillstandsabkommen verletzt habe. Wie Eriwan meldete, seien im Gebiet Gegarkunik an der Grenze zu Aserbaidschan drei armenische Soldaten getötet und fünf weitere verletzt worden.
Die Gegenparteien bekräftigten später ihre Vereinbarung über den Waffenstillstand an der Grenze. Nach Angaben des armenischen Verteidigungsministeriums sei die Einigung unter Vermittlung russischer Friedenstruppen erzielt worden.
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала