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Taliban erobern mit Kundus vierte Provinzhauptstadt in Nordafghanistan

Kundus (Archivfoto) - SNA, 1920, 08.08.2021
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Die radikalislamischen Taliban* haben am Sonntag mit Kundus eine weitere und damit bereits die vierte Provinzhauptstadt im Norden Afghanistans unter ihre Kontrolle gebracht. Der frühere Einsatzort der Bundeswehr fiel nach schweren Kämpfen an die Islamisten, bestätigten drei Provinzräte sowie ein Bewohner der Deutschen Presse-Agentur.
Kurz davor hatten die Islamisten auch die 180.000 Einwohner zählende Stadt Sar-i Pul in der gleichnamigen ölreichen Provinz überrannt und die wichtigsten Regierungsgebäude unter ihre Kontrolle gebracht. Alle Vertreter der Regierung hätten sich in eine Militärbasis rund einen Kilometer vom Zentrum der Stadt zurückgezogen, die belagert sei und unter Granatenbeschuss stehe, teilten die Provinzräte Asadullah Churam und Mohammed Nur Rahmani der DPA mit.
Soldaten der afghanischen Nationalarmee (ANA) stehen am Samstag, 17. April 2021, an einem Kontrollpunkt am Stadtrand von Kabul. - SNA, 1920, 07.08.2021
Afghanische Armee meldet Tötung von mehr als 380 Taliban
Am Freitag war die kleine Provinzhauptstadt Sarandsch in Nimrus an der iranischen Grenze praktisch kampflos an die Taliban gefallen. Am Samstag folgte die Stadt Schiberghan in Dschausdschan im Norden, Machtsitz des umstrittenen ehemaligen Kriegsfürsten und Ex-Vizepräsidenten Abdul Raschid Dostum, eine führende Anti-Taliban-Figur.

Schwere Kämpfe um Kundus

In der 350.000-Einwohner-Stadt Kundus kam es am Sonntag zu schweren Gefechten zwischen den Islamisten und afghanischen Streitkräften. Nach heftigen Straßenkämpfen zogen sich die Sicherheitskräfte Medienberichten zufolge teils in Richtung des Flughafens zurück. Kundus, von 2003 bis 2013 der Stationierungsort des Bundeswehr-Kontingents in Afghanistan, war seit Wochen von den Taliban belagert worden.
Seit Beginn des internationalen Truppenabzugs im Mai konnten die radikalen Islamisten in mehreren Blitzoffensiven Gebiete erobern. Anfang Juli waren nach UN-Angaben 50 der 370 afghanischen Bezirke in ihrer Hand. Die Regierungsarmee versucht, den Vormarsch der Taliban mit Gegenangriffen zu stoppen. Am Samstag teilte das afghanische Verteidigungsministerium mit, das an einem Tag 385 Taliban-Kämpfer getötet und 210 weitere verletzt worden seien.
* Unter anderem von der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (Armenien, Kasachstan, Kirgistan, Russland, Tadschikistan, Weißrussland) als Terrororganisation eingestuft, deren Tätigkeit in diesen Ländern verboten ist.
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