Registrierung erfolgreich abgeschlossen!
Klicken Sie bitte den Link aus der E-Mail, die an geschickt wurde

Präsidentenmord in Haiti: Ermittlungen kommen nicht voran – Richter fürchten um ihr Leben

© AP Photo / Matias DelacroixEin Polizist steht an einer Kreuzung in Port-au-Prince, Haiti.
Ein Polizist steht an einer Kreuzung in Port-au-Prince, Haiti. - SNA, 1920, 08.08.2021
Abonnieren
Vor einem Monat wurde der Präsident von Haiti Jovenel Moïse bei einer Attacke auf seine Residenz ermordet. Die Justiz hat noch immer keine offiziellen Ermittlungen eingeleitet. Justizkreise verweisen darauf, dass alle infrage kommenden Richter den Fall vor allem aus Sicherheitsgründen nicht übernehmen wollen.
„Dies ist ein heikler und politischer Fall“, sagte ein Ermittlungsrichter, der anonym bleiben wollte, der Nachrichtenagentur AFP.
„Jeder denkt an seine Sicherheit und die seiner Familie, bevor er sich einverstanden erklärt, die Untersuchung zu übernehmen“.
Er und seine Kollegen seien daher „nicht gerade begeistert, den Fall anzunehmen“.
Um den Ermittlungsrichtern die Angst zu nehmen, hat der Leitende Richter des Gerichts von Port-au-Prince, Bernard Saint-Vil, nach eigenen Angaben die Regierung aufgefordert, ihnen für den Schutz Leibwächter zur Verfügung zu stellen.
Saint-Vil kündigte an, den Namen des zuständigen Ermittlungsrichters am Donnerstag bekannt zu geben – doch weder davor noch am Samstag traute sich jemand diese Aufgabe zu.
Der neue Interims-Regierungschef Ariel Henry wird vereidigt - SNA, 1920, 21.07.2021
Neue Regierung nach Präsidentenmord in Haiti vereidigt

Bisherige Ermittlungen

Staatschef Moïse war in der Nacht zum 7. Juli in seinem Haus in der Hauptstadt Port-au-Prince von einem Mordkommando erschossen worden. Seine Frau hatte überlebt, war aber schwerverletzt worden.
Die Polizei gibt an, bereits 44 Verdächtige im Zusammenhang mit dem Anschlag festgenommen zu haben, darunter zwölf haitianische Polizisten, 18 kolumbianische Söldner und zwei US-Bürger haitianischer Herkunft. Unter den Festgenommenen ist zudem Moïses Sicherheitschef. Laut Polizei wurde das Attentat von Haitianern mit politischen Ambitionen und Verbindungen ins Ausland geplant.
Die Polizei sucht nach weiteren Verdächtigen, darunter einen Richter am Obersten Gericht, einen ehemaligen Senator und einen Geschäftsmann. Die Staatsanwaltschaft von Port-au-Prince hatte zudem einen Oppositionsführer, den Vorsitzenden von Moïses Partei sowie zwei haitianische Pastoren, die Moïse öffentlich kritisiert hatten, vorgeladen.
Der Mord stürzte den ohnehin von Instabilität und großer Armut geprägten Karibikstaat in eine noch tiefere Krise. Moïse hatte Haiti zuletzt per Dekret regiert, nachdem eine für 2018 geplante Parlamentswahl unter anderem wegen Protesten gegen ihn verschoben worden war.
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала