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Umfrage: Starke Meinungskontraste zwischen EU-Ländern – und einige Überraschungen

© AP Photo / Geert Vanden WijngaertNato
Nato - SNA, 1920, 06.08.2021
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Eine in sechs Ländern der Europäischen Union inklusive Deutschland vorgenommene Umfrage zeigt: Die Stimmung in der EU ist in vieler Hinsicht keinesfalls homogen – ob zur Corona- oder Migrationspolitik, zum Grenz- oder zum Klimaschutz.
Sechs Meinungsforschungsinstitute haben sich zusammengetan und Mitte Juni mit einer Studie ermittelt, welche Standpunkte die Einwohner in Deutschland, Frankreich, Spanien, Polen, Italien und Österreich zu Problemen vertreten, die momentan für die gesamte Europäische Union (EU) aktuell sind. Das Fazit: Bei manchen Fragen sind diese Länder bzw. ihre Bevölkerungen weiter voneinander stärker entfernt als von so manchen Ländern außerhalb der EU.

EU-Impfpolitik der Deutschen am schlechtesten bewertet

Auffallend unterschiedlich stehen die Deutschen und die Polen zum Corona-Impfmanagement innerhalb der EU. Rund 57 Prozent der befragten Deutschen meinten, die Bundesrepublik hätte von Anfang an mehr Impfstoff bekommen, wenn sich nur die Bundesregierung darum gekümmert hätte. In Polen vertraten dagegen nur 13,1 Prozent die Ansicht, das Land wäre im Alleingang schneller an die Vakzine gekommen.
Bezeichnenderweise waren rund 35 Prozent der Bundesbürger überzeugt, die EU habe eine schlechtere Impfstoff-Politik betrieben als Russland – in Spanien und Frankreich teilte immerhin jeder Vierte diese Vorstellung.
Mit 47,3 Prozent ist in Deutschland auch der Standpunkt vertreten, die EU-Länder sollten die ökonomischen Folgen der Corona-Krise lieber im Alleingang überwinden. Dies ist der höchste Stand unter den sechs Ländern. In Polen wird diese Auffassung mit 22,3 Prozent am geringsten vertreten. Auch generell ist die Unzufriedenheit mit der EU-Impfpolitik in Deutschland mit 70,7 Prozent am größten und in Polen mit 36 Prozent am geringsten.
Mitarbeiterin eines Impfzentrums in Dillenburg - SNA, 1920, 29.01.2021
Deutschland in Sachen Impfstoff: „Krachend zwischen den Stühlen gelandet“

Deutsche und Österreicher für strengere EU-Grenzkontrollen

Was die gegenwärtige Migrationspolitik der EU anbelangt, so bewerteten mehr als drei Viertel der befragten Italiener und Spanier diese als nicht befriedigend. Bei den Deutschen waren es nur 47,1 Prozent. Nur 9,9 Prozent der Spanier meinen laut der Umfrage, das Migrationsproblem ließe sich auf nationaler Ebene erfolgreicher lösen. In Polen liegt dieser Anteil bei knapp 32 Prozent.
Für einen strengeren Schutz der EU-Außengrenzen sprachen sich die Deutschen mit 42,3 Prozent und die Österreicher mit 43 Prozent am deutlichsten aus, während der Durchschnittswert für die sechs untersuchten Länder diesbezüglich bei 26,9 Prozent lag.

Buddhismus in EU-Ländern populärer als Judentum

Durchaus bemerkenswert sind die Ergebnisse der Studie beim Themenblock „Kompatibilität“ der fünf größten Weltreligionen mit den „europäischen Werten“. Das sollte auf einer Skala von eins bis zehn bewertet werden. In dieser Hinsicht waren sich die Befragten in den sechs Ländern weitgehend einig: Der Islam lag mit 3,67 Punkten auf der untersten Stufe. Die Deutschen erwiesen sich dabei am tolerantesten – bei ihnen lag der Wert bei 4,48 Punkten gegenüber 2,69 Prozent bei den Franzosen.
Während das Christentum in allen sechs Ländern unangefochten auf der Spitzenposition lag, schnitt das Judentum überall auf dem vorletzten Rang ab – zwar mit solidem Vorsprung vor dem Islam, aber eindeutig hinter dem Hinduismus und Buddhismus. In einem Kommentar der „Neuen Zürcher Zeitung“ zur Studie und ihren Ergebnissen heißt es:

„Die Wertschätzung des Buddhismus spiegelt sich in der Beliebtheit des Dalai Lama wider. Er ist in den sechs Ländern fast so bekannt wie Greta Thunberg – 79,4 contra 78,6 Prozent –, kommt aber auf deutlich bessere Zustimmungswerte: Auf einer Skala von eins bis zehn erringt er 7,14 statt nur 4,84 Punkte. Die Klimaaktivistin spaltet, der Buddhist versöhnt.“

Ziemlich gegensätzlich wirkt die Sichtweise der Einwohner Deutschlands und Polens hinsichtlich der Hauptaufgabe der EU, wie diese in den jeweiligen Ländern verstanden wird. In Polen sehen 40,4 Prozent diese in der Garantie wirtschaftlicher Stärke der EU-Mitgliedsländer. In Deutschland wird dieser Standpunkt von nur 19,8 Befragten geteilt. 37,4 Prozent und damit der größte Anteil der befragten Bundesbürger erwarten von der EU, dass sie den Klimawandel stoppt.
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