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„Diskriminierend“: Menschenrechtler fordern Aufhebung von Jungfrauentests bei indonesischem Militär

© AP Photo / DITA ALANGKARAFrauen in der indonesischen Armee (Archivbild)
Frauen in der indonesischen Armee (Archivbild) - SNA, 1920, 06.08.2021
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Die jüngste Äußerung des indonesischen Armeestabschefs Generals Andika Perkasa, wonach für Frauen und Männer die gleichen Regeln gelten sollten, hat im Land neue Diskussionen über die Jungfrauentests für Soldatinnen vor deren Rekrutierung ausgelöst. Das folgt aus einer Mitteilung von Human Rights Watch.
Demnach begrüßen Menschenrechtler die Worte Perkasas und verlangen nun, die Praxis, die Jungfräulichkeit von Anwärterinnen zu überprüfen, beim gesamten Militär aufzuheben. Ihnen zufolge sind Jungfrauentests „missbräuchlich, unwissenschaftlich und diskriminierend“.
Dabei berief sich die Organisation auf die Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation vom November 2014.
„Es gibt keinen Platz für Jungfrauentests (oder ‚Zwei-Finger-Tests‘). Dies hat keine wissenschaftliche Begründung”, hieß es.
Beim Militär des südostasiatischen Landes wird traditionell mittels eines sogenannten Zwei-Finger-Tests festgestellt, ob eine Anwärterin schon sexuell aktiv war. Nur Jungfrauen seien mental geeignet, um ihrem Land mit der Waffe zu dienen, lautet die Regel. Die Anforderung gelte auch für die Verlobten von Soldaten.
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Die Verfahrensweise hätte schon vor 50 Jahren abgeschafft werden müssen, sagte Andreas Harsono von HRW Indonesia am Freitag gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.
„Die Luftwaffe und die Marine sollten nachziehen, wenn sie zivilisierte Organisationen sein wollen.“
Die Polizei habe die Rekrutierungstests immerhin schon 2015 eingestellt. Im Juli hatte Armeestabschef Perkasa gesagt, „Gesundheitstests, die für den Zweck der Rekrutierung irrelevant sind, sollten abgeschafft werden“.
Ihm zufolge sollten die Anwärterinnen nur nach ihrer Fähigkeit beurteilt werden, an physischer Ausbildung teilzunehmen. Der Antrag auf Heirat mit männlichem Armeepersonal sollte jetzt nur noch „administrative Angelegenheiten“ abdecken, ohne eine ärztliche Untersuchung der Verlobten der Offiziere.
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