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Waffenschmuggel: Mexiko verklagt Rüstungskonzerne in USA

© REUTERS / LUIS CORTESDer mexikanische Außenminister Marcelo Ebrard kündigt eine Klage gegen mehrere Waffenhersteller vor einem US-Bundesgericht an.
Der mexikanische Außenminister Marcelo Ebrard kündigt eine Klage gegen mehrere Waffenhersteller vor einem US-Bundesgericht an. - SNA, 1920, 05.08.2021
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Wegen des Gebrauchs von aus den USA geschmuggelten Waffen durch kriminelle Gruppen hat Mexiko mehrere Waffenhersteller verklagt, darunter den US-Handfeuerwaffenhersteller Smith & Wesson und die österreichische Firma Glock. Darüber berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Verweis auf den Außenminister Marcelo Ebrard.
Demnach hat die mexikanische Regierung am Mittwoch eine Klage vor einem US-Bundesgericht eingereicht, in der sie den Waffenherstellern unverantwortliche Geschäftspraktiken vorgeworfen hat, die eine „Flut“ illegaler Waffen an gewalttätige mexikanische Drogenkartelle geliefert hätten. Dies habe Tausenden Menschen das Leben gekostet, hieß es. Die Regierung in Mexiko-Stadt hat seit Jahren der US-Waffenindustrie vorgeworfen, die Gewalt von bewaffneten mexikanischen Banden anzuheizen.
Waffenhersteller wie Smith & Wesson, Barrett Firearms, Colt's Manufacturing Company, Glock Inc. oder Sturm, Ruger & Co hätten gewusst, dass ihre Geschäftspraktiken den illegalen Waffenhandel nach Mexiko gefördert haben, werde in der Klage behauptet , die beim Bezirksgericht für den Bezirk Massachusetts eingereicht worden sei. Mehr als 500.000 Waffen, von denen mehr als 68 Prozent von den erwähnten Firmen hergestellt würden, würden jährlich aus den Vereinigten Staaten nach Mexiko geschmuggelt, heißt es in der Klage.
Die Klage ziele darauf ab, die betroffenen Unternehmen aufzufordern, Entschädigungen an die mexikanische Regierung zu zahlen, so der Außenminister Marcelo Ebrard. „Was ist das Ziel? Dass die entsprechenden Unternehmen der mexikanische Regierung für den Schaden aufkommen, den sie durch ihre fahrlässigen Praktiken verursacht haben“, sagte er bei einer Pressekonferenz am Mittwoch (Ortszeit).
Über die Höhe des möglichen Schadenersatzes werde das Gericht entscheiden. Zuvor hatten mexikanische Beamte mitgeteilt, die Klage fordere schätzungsweise zehn Milliarden US-Dollar. Die Unternehmen müssten ihre schädlichen Praktiken sofort einstellen, äußerte Ebrard.
Polizei in Mexiko (Symbolbild) - SNA, 1920, 17.07.2021
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Mehr als zwei Millionen Schusswaffen, größtenteils aus dem Nachbarland, wurden laut einem Bericht des mexikanischen Verteidigungsministeriums zwischen 2009 und 2019 nach Mexiko geschmuggelt.
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