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Horrorszenario nicht eingetreten: Großbritannien überrascht mit sinkenden Zahlen trotz Lockerungen

© REUTERS / HENRY NICHOLLSMenschen gehen am Morgen in London über die London Bridge, den 29. Juli 2021.
Menschen gehen am Morgen in London über die London Bridge, den 29. Juli 2021. - SNA, 1920, 05.08.2021
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Der britische Premierminister Boris Johnson hat am 19. Juli alle Corona-Beschränkungen in Großbritannien, darunter auch die Maskenpflicht, aufgehoben. Daraufhin haben viele mit einem sprunghaften Anstieg der neuen Infektionen gerechnet. Doch das Horrorszenario mit bis zu 100.000 Neuinfektionen ist trotz Prognosen nicht eingetreten.
Zwei Wochen nach der Aufhebung aller Corona-Einschränkungen erfasst Großbritannien im Durchschnitt der letzten sieben Tage etwa 26.000 Neuinfektionen pro Tag. Das sind relativ hohe Zahlen, doch die Inzidenz entwickelt sich gerade seit dem 22. Juli rückwärts und ist seitdem von 494 auf 270 gesunken (Stand 5. August). Am 19. Juli wurden im Land noch rund 40.000 Neuinfektionen am Tag bzw. 19 Todesfälle gemeldet.
Dabei hatte der britische Gesundheitsminister Sajid Javid Mitte Juli prognostiziert, dass ungefähr 50.000 Fälle pro Tag zu erwarten wären. Mit all den Öffnungen über den Sommer warnte er vor einem starken Anstieg von bis zu 100.000 neuen Fällen pro Tag. Das wissenschaftliche Expertengremium Sage warnte seinerseits vor mindestens 1000 Krankenhauseinweisungen sowie 100 bis 200 Todesfällen pro Tag. Die Anzahl der Todesfälle steigt tatsächlich seit dem 19. Juli kontinuierlich. Am 4. August wurden schon 81 Todesfälle übermittelt.

Zahlen sinken auch in den Niederlanden

Jedoch gilt die generelle Entwicklung in Großbritannien für andere Länder Europas als Grund zur Hoffnung. Ein ähnliches Bild wird auch in den Niederlanden beobachtet, wo die Infektionszahlen nach einem rasanten Anstieg ebenfalls sinken. Für die rückläufigen Zahlen machen die niederländischen Behörden jedoch das vorläufige Ende des Nachtlebens verantwortlich. In den Niederlanden sind Nachtclubs gerade geschlossen worden, mehrtägige Festivals wurden untersagt und Gaststätten müssen um Mitternacht schließen.
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn - SNA, 1920, 05.08.2021
Verschärfungen für Ungeimpfte? Kritik an Spahns Vorschlag
Der kontinuierliche Anstieg der Infektionszahlen in Großbritannien vor der Rückentwicklung wird allerdings in erster Linie mit der Fußball- EM verbunden, die erst am 11. Juli endete. Die seit dem 21. Juli sinkenden Zahlen werden von einigen Forschern dabei auf die Warmwetter-Periode und die Schulferien zurückgeführt. Hinzu kommt aber auch eine hohe Impfquote. Aktuell sind in Großbritannien fast 89 Prozent der Erwachsenen mindestens einmal geimpft, 73 Prozent haben zwei Dosen erhalten. Zum Vergleich: In Deutschland wurden bis zum 4. August 73 Prozent der Erwachsenen mindestens einmal geimpft. Trotzdem mahnt Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU), dass dies „für einen sicheren Herbst und Winter“ nicht genug sei, und plant Verschärfungen für Ungeimpfte.
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