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Schwarzer Humor war sein Markenzeichen: Cartoonist Martin Perscheid ist tot

CC BY-SA 4.0 / Qwertzu111111 / Wikimedia Commons (cropped)Cartoonist Martin Perscheid (Archivbild)
Cartoonist Martin Perscheid (Archivbild) - SNA, 1920, 05.08.2021
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Martin Perscheid, einer der wichtigsten Cartoonisten der Neuzeit, ist im Alter von 55 Jahren gestorben.
Wie der Lappan Verlag und die Caricatura Galerie Kassel am Donnerstag im Namen der Familie bekanntgegeben hat, ist der Cartoonist Martin Perscheid in der Nacht zum 31. Juli gestorben. Er habe lange gegen den Krebs gekämpft.
„Dieser Verlust ist dramatisch. Wir verlieren mit Martin Perscheid nicht nur einen der besten und populärsten Zeichner der Komischen Kunst, sondern auch ein Vorbild und einen Wegbereiter – und einen Freund“, sagte Martin Sonntag, Leiter der Caricatura Galerie, laut der Deutschen Presse-Agentur (DPA).
Unter dem Titel „Perscheids Abgründe“ habe er 4300 Cartoons geschaffen und sei zu einem der bedeutendsten Cartoonisten unserer Zeit geworden, hieß es in der Mitteilung.
Sein Berufskollege und Maler Till Mette bezeichnete Perscheid als den „wahrscheinlich wichtigsten und stilprägendsten Cartoonisten der letzten Jahre“. Mette hatte das Vorwort für das letzte Perscheid-Buch „Abgründe“ vom Mai 2021 verfasst. Darin schrieb er:
„Alle Cartoonisten kennen Perscheids Cartoons, weil Perscheid alle guten Ideen, die alle anderen deutschen Cartoonisten je gezeichnet haben, schon vor ihnen gezeichnet hatte.“
Perscheid war laut Mette ein „kreatives Juwel“ unter den hiesigen Cartoonisten. In seinen Zeichnungen thematisierte er „verstörende menschliche Abgründe in ihrer ganzen widerwärtigen Vielfalt“: „Abgründe von Sexismus, Rassismus, Ignoranz, Korruption und Doofheit, die wir alle kennen, die es gibt, die wir aber gerne ausklammern, weil sie nicht in unsere politisch korrekte Weltsicht passen.“ Perscheid hatte ein gutes Auge für genau den Moment, „wo viele von uns aus Angst vor politischer Unkorrektheit aufhören, genau hinzuschauen, obwohl massiv Grenzen zum Abgrund auch im eigenen Milieu überschritten werden“. Genau da platzierte er seinen beißenden Spott, „der auch noch grandios komisch ist“.
Martin Perscheid lebte und arbeitete bis zu seinem Tod in Wesseling bei Köln. Die Kolleginnen und Kollegen bei Lappan im Carlsen Verlag nahmen in einem Nachruf mit bewegenden Worten Abschied von ihrem Cartoonisten: „Seine Furchtlosigkeit vor Blicken in menschliche Abgründe des Sexismus, Rassismus, der Ignoranz, Korruption und Dummheit, und wie er all das mit beißendem Spott und rabenschwarzem Humor in Cartoons einfing, war einzigartig.“
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