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Zwanghafte Umerziehung von Ureinwohnern: Australien will „Gestohlene Generationen“ entschädigen

© CC0 / pen_ash/pixabayStatue in Australien (Symbolbild)
Statue in Australien (Symbolbild) - SNA, 1920, 05.08.2021
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Die australische Regierung hat beschlossen, die Ureinwohner samt Nachkommen zu entschädigen, die zwischen 1910 und 1970 als Kinder zur „Umerziehung“ nach den Vorstellungen weißer Einwanderer ihren Eltern entrissen wurden. Betroffen sind Tausende Familien, bekannt als „Stolen Generations (dt.: „Gestohlene Generationen“).
Viele der Entführten haben das damals erlittene Trauma bis heute nicht überwunden. Im Rahmen eines Programms der Regierung sollen Überlebende und ihre Familien 378,6 Millionen australische Dollar (236 Millionen Euro) als Wiedergutmachung bekommen, berichtet n-tv.
Ureinwohner können demnach ab März 2022 einen Antrag stellen und eine einmalige Zahlung von 75.000 australischen Dollar (47.000 Euro) erhalten. Zudem bekommen sie die Möglichkeit, auf Wunsch vertraulich ihre Geschichte einem leitenden Beamten der Regierung zu erzählen, diese anerkennen zu lassen und eine persönliche oder schriftliche Entschuldigung für ihre Entführung und das daraus resultierende Trauma zu erhalten.
Gefängnis (Symbolbild) - SNA, 1920, 21.07.2021
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Zwischen zehn und 30 Prozent der indigenen Bevölkerung waren Schätzungen zufolge davon betroffen. Leidtragende sind dem Bericht zufolge oft gemeinsame Kinder von Aborigines und Europäern, die ihren Eltern buchstäblich entrissen wurden und sich heute weder in der weißen noch in der Kultur der Ureinwohner heimisch fühlen. Als eine der Folgen gilt unter anderem ein erhöhter Drogen- und Alkoholmissbrauch bei den „Stolen Generations“ und ihren Nachkommen.
Der australische Premierminister, Scott Morrison, sagte, er habe sich Anfang des Jahres mit Betroffenen unterhalten und zugesagt, sich mit dem Thema zu befassen.
„Heute erfüllen wir diese Verpflichtung mit praktischen Maßnahmen, die sich positiv auf die Gesundheit und das Wohlergehen der Überlebenden der Stolen Generations, ihrer Familien und Gemeinschaften auswirken werden.“
Das Programm sei ein großer Schritt in Richtung Versöhnung und Heilung, sagte der Minister für indigene Angelegenheiten, Ken Wyatt.
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