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Weitere Sportlerin aus Belarus plant keine Rückkehr in Heimat und will in Deutschland bleiben

© AFP 2021 / Andrej IsakovicDie weißrussische Leichtathletin Jana Maximowa (Archivbild)
Die weißrussische Leichtathletin Jana Maximowa (Archivbild) - SNA, 1920, 04.08.2021
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Vor dem Hintergrund des Falls der weißrussischen Athletin Kristina Timanowskaja bei den Olympischen Spielen hat nun eine weitere Sportlerin aus Belarus erklärt, dass sie nicht in ihr Heimatland zurückkehren wolle.
Die weißrussische Leichtathletin Jana Maximowa (Jana Maksimawa) teilte via Instagram mit, dass sie nach vielen Überlegungen beschlossen habe, nicht nach Weißrussland zurückzukehren. „Leider kann einem dort jetzt nicht nur die Freiheit, sondern auch das Leben weggenommen werden.“
Die Sportlerin, die sich derzeit in Deutschland befindet, äußerte sich unter anderem gegenüber der oppositionellen belarussischen Athletenvertretung Belarusian Sport Solidarity Foundation:

„Nach allen Ereignissen plane ich nicht, nach Belarus zurückzukehren. Ich habe eine kleine Tochter, ich kann nichts riskieren. Ich bin eine Person, die nicht schweigen kann. Als ich in Weißrussland lebte und trainierte, gab mir die ganze Situation keine Ruhe. Im Laufe dieser Zeit fuhr ich fort, etwas zu tun, und riskierte.“

Bezüglich des Aufenthalts in Deutschland sagte die Sportlerin, dass sie hier mit voller Brust atmen könne. „Hier ist die Chance, (...) zu denjenigen zu gehören, die für die Freiheit ihres Volkes, ihrer Freunde, Verwandten und Lieben kämpfen.“ Ferner fügte sie hinzu: „Ich möchte jene Energie zurückgewinnen, die mir bei den Wettbewerben für einen guten Austritt und die weitere Teilnahme an den Olympischen Spielen in Tokio fehlte.“
Unter anderem beschwerte sie sich in dem Interview über das Niveau der Sportentwicklung in Belarus, wo ihr niemand bei der Vorbereitung auf die Wettbewerbe habe helfen können.
„In Weißrussland hatte ich weder einen Arzt, der mir hätte raten können, wie ich regenerieren soll oder welche Vitamine ich einnehmen muss, noch einen Masseur. 16 Jahre lang trat ich für eine Mannschaft an, der ich egal war.“
Kristina Timanowskaja am internationalen Flughafen Narita - SNA, 1920, 04.08.2021
Österreich
Statt geplantem Flug nach Warschau: Weißrussische Athletin Timanowskaja auf dem Weg nach Wien
Die 32 Jahre alte Maximowa befindet sich Medienberichten zufolge in Deutschland zusammen mit ihrem Ehemann Andrej Krawtschenko (Krautschanka), dem Silbermedaillengewinner der Olympischen Spiele 2008.
Maximowa hatte 2013 bei den Halleneuropameisterschaften in Göteborg die Silbermedaille im Fünfkampf gewonnen. Sie war Olympia-Teilnehmerin 2008 und 2012. Für die Olympischen Spiele in Tokio konnte sie sich nicht qualifizieren.

Fall Timanowskaja

Zuvor hatte sich die weißrussische Sportlerin Kristina Timanowskaja geweigert, nach Weißrussland zurückzukehren. Laut den jüngsten Angaben ist die Athletin, die von Polen ein humanitäres Visum erhalten hat, auf dem Weg nach Wien.
Die Läuferin hätte bei den Olympischen Sommerspielen in Tokio eigentlich im 200-Meter-Sprint der Damen für ihr Heimatland Weißrussland antreten sollen.
Timanowskaja informierte via Instagram, dass sie aber ohne Erklärungen für den 400-Meter-Lauf aufgestellt wurde. „Man hat beschlossen, alles hinter meinem Rücken zu machen“, schrieb sie. Die hochrangigen Personen sollten laut ihren Worten die Sportler respektieren und deren Meinung berücksichtigen.
Die weißrussische Leichtathletin Kristina Timanowskaja. Tokio, 30. Juli 2021 - SNA, 1920, 03.08.2021
„Wir haben sie erwartet“: Österreich hätte weißrussische Sprinterin Timanowskaja aufgenommen
Medien berichten, dass Timanowskaja zuvor eine Instagram-Story gepostet hatte, in der sie belarussische Funktionäre kritisiert haben soll, die sie ohne ihr Wissen für diese Distanz aufgestellt hätten, weil der Verband nicht die Anzahl ausreichender Dopingkontrollen für die Sportlerinnen habe gewährleisten können, die für die 400-Meter-Staffel vorgesehen waren. Später soll das Video gelöscht worden sein.
Am 1. August hatte das belarussische NOK erklärt, dass Timanowskaja „aufgrund ihres emotionalen und psychologischen Zustands“ nicht mehr an den Olympischen Spielen teilnehmen könne.
Die oppositionelle belarussische Athletenvertretung Belarusian Sport Solidarity Foundation teilte am 1. August via Telegram mit, dass Timanowskaja aus Tokio ausgeflogen werden soll. Am Flughafen Haneda hatte sie den Rückflug verweigert und sich an die japanische Polizei gewendet.
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