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„Signale an Männer“ ausgesendet: Schweizer Gerichts-Urteil gibt Opfer Mitschuld an Vergewaltigung

© CC0 / Pixabay/succoGericht (Symbolbild)
Gericht (Symbolbild) - SNA, 1920, 04.08.2021
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Laut einem Gerichtsurteil aus Basel in der Schweiz soll eine Frau Mitschuld an der eigenen Vergewaltigung tragen, weil sie sich gegenüber den Männern provozierend verhalten haben soll, berichteten Medien am Mittwoch.
Auf dem Heimweg von einem Clubbesuch sei in Basel im Februar 2020 eine Frau (33) vor ihrer eigenen Haustür von zwei Männern überfallen und vergewaltigt worden, hieß es. Einer der Täter sei in Berufung gegangen. Erfolgreich: Die Richterin habe dem Opfer Mitschuld an der Tat gegeben und das Strafmaß reduziert.
Die vorsitzende Richterin Liselotte Henz habe das Urteil damit begründet, dass die Frau „Signale an Männer ausgesendet habe" und „mit dem Feuer spielte“. Zudem sei der Angriff „relativ kurz“ gewesen und sie habe keine Verletzungen davongetragen.
In Basel habe das spätere Vergewaltigungs-Opfer am Tatabend einen Club besucht – und sich laut Zeugenaussagen wenige Stunden vor der zweifachen Vergewaltigung mit einem anderen Mann in eine Toilette im Lokal zurückgezogen. Die Frau sollte sich in dem Vergewaltigungs-Prozess dazu äußern, ob es dort zum Geschlechtsverkehr gekommen sei, was sie abstritt.
Gericht (Symbolbild) - SNA, 1920, 19.04.2021
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Die Tatsache, dass die Frau sich vor der Tat sexuell an einer anderen Person interessiert zeigte, habe dem Gericht gereicht, um zu schlussfolgern, dass Safer Sex für die Frau „kein Thema“ sei und sie „mit dem Feuer spielte“, berichtete das Portal „20 Minuten“. Es handele sich also nur um ein „mittleres Verschulden“ des Täters, so das Urteil von Gerichtspräsidentin Henz.
Der vom Basler Strafgericht für die Vergewaltigung bereits im August 2020 schuldig gesprochene Vergewaltiger müsse nun nicht mehrere Jahre hinter Gittern sitzen.
Die Opferhilfeberaterin Agota Lavoyer hoffe, dass die Urteilsbegründung zumindest unter Richter*innen Diskussionen auslöst und sich etwas ändert. „Solche Haltungen sind beschämend und haben an einem Gericht nichts verloren“, sagte sie im Interview mit „20 Minuten“.
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