Registrierung erfolgreich abgeschlossen!
Klicken Sie bitte den Link aus der E-Mail, die an geschickt wurde

Netzpolitik: Bärs „intelligente Suchmaschine“ leider „ziemlich doof“

CC BY-SA 3.0 / Tobias Koch / Wikimedia CommonsDeutschlands Digitalstaatsministerin Dorothee Bär (Archivfoto)
Deutschlands Digitalstaatsministerin Dorothee Bär (Archivfoto) - SNA, 1920, 04.08.2021
Abonnieren
Eine Autorin des Portals „Netzpolitik“ hat die neue „intelligente Suchmaschine“ der Bundesregierung einem Praxistest unterzogen. Das Fazit: „nutzloses Digitalprojekt“ und „der nächste Akt in der peinlichen Initiative der Staatsministerin für Digitalisierung“.
Im vergangenen Sommer hatte Dorothee Bär, Staatsministerin für Digitalisierung, noch großspurig eine Bundeszentrale für digitale Aufklärung angekündigt, eine „digitale Volkshochschule“ mit Erklärvideos der verschiedenen Ressorts der Bundesregierung zu digitalen Themen. Ein Jahr später ist daraus ein „Netzwerk für digitale Aufklärung“ geworden, dessen neuester Bestandteil die „intelligente Suchmaschine“ auf der Homepage der Bundesregierung ist. Für das Portal „Netzpolitik“ hat Autorin Jana Ballweber die „bärenstarke“ Suchmaschine einem Praxistest unterzogen.
Die ersten Mängel stellt Ballweber bereits bei der Suche nach der Suchmaschine fest. Man müsse auf der Startseite von bundesregierung.de eine ganze Weile nach unten scrollen, um diese zu entdecken, bei einer Google-Abfrage finde man nur Berichte über die neue Suchmaschine, aber nicht sie selbst. Eine schwer auffindbare Suchmaschine habe ihre ganz eigene Ironie, schreibt Ballweber. Doch wie sieht es mit der Benutzbarkeit aus? In der Beschreibung auf der Seite der Staatsministerin werde versprochen: „Ob Digitalisierung, Klimaschutz oder Bildung – ab sofort sind diese Themen an einem Ort gebündelt.“
Server (Symbolbild) - SNA, 1920, 27.07.2021
Top-15 – das sind die schnellsten Superrechner Europas
Doch schon bei der ersten Stichwortsuche kommt die Ernüchterung. Für „Umweltpolitische Digitalagenda“ finde die Suchmaschine zwar 48 Artikel, diese seien jedoch älteren Datums. So seien die ersten beiden Treffer von der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) und stammten aus den Jahren 2014 und 2008. Informationen zu der 2019 ins Leben gerufenen Initiative des Umweltministeriums – Fehlanzeige. „Der Grund dafür ist schnell gefunden“, so die Autorin. „Das Umweltministerium macht noch gar nicht mit bei der zentralen, umfassenden Suchmaschine des Netzwerks für digitale Aufklärung. Bislang dabei sind nur das Auswärtige Amt, das Verkehrsministerium, das Arbeitsministerium, das Bundespresseamt und die Bundeszentrale für politische Bildung.“
Die gleiche Suchanfrage über die klassische Suchfunktion der Homepage der Bundesregierung liefere hingegen zwar nur sieben Ergebnisse, dafür aber führten die Links direkt zum Projekt des Umweltministeriums. Somit schlage die alte Suchfunktion die neue „intelligente Suchmaschine“.
Die Autorin unternimmt einen weiteren Versuch und sucht nach dem Stichwort „Breitbandausbau“. Das sei ja in erster Linie beim Verkehrsministerium angesiedelt, das beim Netzwerk für digitale Aufklärung mitmache. Die Suchmaschine habe 63 Artikel gefunden, die beiden prominentesten stammten jedoch aus den Jahren 2016 und 2015. Erst auf Seite fünf habe sie interessante Ergebnisse zum aktuellen Stand des Breitbandausbaus gefunden, gut versteckt zwischen „für das Thema Breitbandausbau völlig irrelevanten Inhalten des Bundespresseamts“.
Das Fazit von Jana Ballweber ist ernüchternd. Sie empfiehlt Dorothee Bär:
„Die Staatsministerin täte gut daran, mit der PR für ihre Initiativen kleinere Brötchen zu backen. Ein solches Projekt als Erfolg zu verkaufen, ist fast ein Hohn gegenüber Menschen und Organisationen, die sich um wirkliche digitale Bildung, Transparenz und Wissensvermittlung bemühen und verdient machen.“
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала