Registrierung erfolgreich abgeschlossen!
Klicken Sie bitte den Link aus der E-Mail, die an geschickt wurde

FKK out wegen idealisierter Körperbilder auf Instagram?

© CC0 / StockSnap / PixabayInstagram (Symbolbild)
Instagram (Symbolbild) - SNA, 1920, 04.08.2021
Abonnieren
An Berlins Badeseen oder an den Ostsee-Stränden ist es ein gewohntes Bild: Jung und Alt badet und sonnt sich im Adamskostüm. Doch eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov legt nahe: Immer mehr Deutsche fühlen sich unwohl mit dem Nacktsein. Ein Grund könnten idealisierte Körperbilder auf Instagram und Co. sein.
In der DDR erfreute sich die Freie Körperkultur (FKK) großer Beliebtheit, und auch heute noch sieht man gerade im Osten der Republik zahlreiche FKK-Anhänger an den Badestränden. Eine Umfrage von YouGov und Statista hat jedoch gezeigt, dass dieser Trend rückläufig ist. Immer weniger Menschen fühlten sich mit dem eigenen und dem fremden Nacktsein wohl. So gaben 36 Prozent der Befragten an, sie fühlten sich am FKK-Strand oder in der Sauna eher unwohl, 28 Prozent sagten, sie fühlten sich damit eher wohl. Bei Frauen lag der Prozentsatz derjenigen, die sich mit dem Nacktsein unwohl fühlten, mit 39 Prozent höher als bei Männern (34 Prozent). Auch mieden Frauen solche Orte deutlich häufiger (39 Prozent) als Männer (24 Prozent). Wohl aus der FKK-Tradition heraus fühlten sich Ostdeutsche am Nacktbadestrand und in der Sauna wohler als Westdeutsche (36 zu 26 Prozent).
Wie die Umfrage ergab, war die Sauna der Ort, wo die Deutschen am häufigsten die Hüllen fallen ließen – 37 Prozent gaben an, schon einmal in der Sauna nackt gewesen zu sein. Auf den Plätzen dahinter folgten Strand (25 Prozent), Badesee (19 Prozent), Hotel/Resort (neunProzent), Freibad oder Park (sechs Prozent), Campingplatz (fünfProzent), Wanderweg (drei Prozent) und Kreuzfahrtschiff (zweiProzent). 41 Prozent der Befragten gaben an, an keinem dieser Orte jemals nackt gewesen zu sein.
Weiter hieß es in der Studie von Juli:
„Die Deutschen assoziieren mit FKK und Nacktheit am häufigsten negative Attribute: Dass sie Unbehagen empfinden, sagen 40 Prozent. Scham oder Peinlichkeit zu empfinden, sagen 39 Prozent, Hemmungen 38 Prozent. 32 Prozent der Befragten verbinden mit FKK hingegen Offenheit und je 30 Prozent Natürlichkeit und Selbstbewusstsein. Knapp ein Viertel der Deutschen (24 Prozent) empfindet Befreiung durch Nacktsein.“
Unter den verschiedenen Religionszugehörigkeiten waren es vor allem Katholiken und Muslime, die sich mit FKK unwohl fühlten und entsprechende Orte mieden.
In der zunehmenden Scham sieht der Medizinhistoriker Heiko Stoff jedoch keine Reprüdisierung der Gesellschaft. Gegenüber der Deutschen Presse-Agentur begründete er das Phänomen vielmehr mit einem Druck durch die sozialen Medien, wie etwa Instagram, wo idealisierte Körperbilder kursierten.
Demonstration der Initiative Hedonistische Internationale unter dem Motto All Nipples Are Beautiful am 10. Juli 2021 am Mariannenplatz in Berlin Kreuzberg - SNA, 1920, 10.07.2021
Von „Oben-ohne“-Protest in Berlin gegen frauenfeindliche Doppelstandards bis „Trans Pride Berlin“
„Die meisten Bilder werden nachbearbeitet. Am Strand können wir uns aber nicht nochmal durch den Filter ziehen“, so Stoff. Das sei seines Erachtens der Hauptgrund, „warum es Unwohlsein in Sachen Nacktheit gibt“. „Die Realität ihres Körpers macht vielen Menschen Angst und wird deshalb abgelehnt. Ich halte das für entscheidender, als dass es eine Reprüderisierung gibt oder religiöses Denken auf dem Vormarsch ist.“
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала