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Internationale Studie: Biontech und Moderna verdienen sich „dumm und dämlich“

© REUTERS / Denis BalibousePfizer/BioNTech-Impfdosis (Archivbild)
Pfizer/BioNTech-Impfdosis (Archivbild) - SNA, 1920, 04.08.2021
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Gerade erst haben die führenden mRNA-Impfstoffhersteller Biontech und Moderna die Preise für ihre Corona-Vakzine erhöht. Die EU zahlt bereitwillig. Ein Zusammenschluss internationaler NGOs, darunter Amnesty International und Oxfam, analysiert und kritisiert die exzessiven Profite der Pharmahersteller in einer Studie.
Die erfolgreichen mRNA-Covid-19-Impfstoffe, die vorwiegend mit Hilfe von Steuergeldern entwickelt wurden, bringen den dahinterstehenden Pharmakonzernen inzwischen Milliardengewinne. Neue Schätzungen gehen davon aus, dass die Herstellung einer mRNA-Impfdosis nur etwa 1,18 US-Dollar kostet. Geleakte Berichte zeigen jedoch, dass Regierungen weltweit für diese Impfstoffe das 4- bis 24fache dieses Betrages zahlen.

„Der große Impfstoffraub“

Zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Studie der internationalen NGO „The People's Vaccine Alliance“. Diese Organisation ist ein Zusammenschluss von etwa 70 internationalen NGOs, darunter Oxfam und Amnesty International, mit dem Ziel, Corona-Impfstoffe für ärmere Länder zugänglich und erschwinglich zu machen.
The People's Vaccine Alliance gibt an, insgesamt weltweit über zwei Millionen Aktivisten zu vertreten und von 175 ehemaligen Staatsoberhäuptern und Nobelpreisträgern unterstützt zu werden. Die Vereinigung setzt sich auch für die Aussetzung der Impfstoffpatente ein.
Die Studie, die gerade unter dem Titel „The Great Vaccine Robbery“ (zu Deutsch: „Der große Impfstoffraub“) erschienen ist, kommt zu dem Schluss, dass allein Biontech und Pfizer mit dem Verkauf ihres Vakzins bisher rund 24 Milliarden US-Dollar reinen Profit gemacht hätten.
Jens Berger („Nachdenkseiten“) - SNA, 1920, 12.07.2021
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Überfluss hier, Mangel dort

Der NGO-Bericht kritisiert, dass Pfizer/Biontech und Moderna 90 Prozent ihrer Impfstoffe an reiche Länder liefern, da arme Länder solche Beträge pro Impfdosis nicht zahlen könnten. Derweil gibt es in den ersten reichen Ländern inzwischen einen Überschuss an den teuren mRNA-Impfstoffen. In armen Ländern werden vorwiegend der britische Impfstoff von Astrazeneca und die preiswerteren Vakzine aus Russland und China verimpft.
Allein China habe bisher über 570 Millionen Impfdosen an Schwellen- und Entwicklungsländern geliefert. Insgesamt ist dies jedoch nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Da die Vakzine aus Russland und China bisher nicht in ausreichenden Mengen produziert werden, führt dies dazu, dass es ärmere Länder gibt, in denen die Impfquote der Bevölkerung noch immer unter einem Prozent liegt.

Das 4- bis 24fache des Herstellungspreises

Für die Preisanalyse für die mRNA-Impfstoffe bezieht sich The People's Vaccine Alliance auf eine aktuelle Studie der US-NGO „Public Citizen“ gemeinsam mit Experten des Imperial College London. Demnach kostet die Produktion einer Dosis des Biontech/Pfizer-Vakzins rund 1,18 US-Dollar, eine Dosis des Moderna-Vakzins schlagen die Hersteller mit 2,85 US-Dollar zu Buche. Bekannt ist beispielsweise, dass Israel 28 US-Dollar pro Dosis Biontech/Pfizer zahlt. Moderna soll von Kolumbien gar 30 US-Dollar pro Impfdosis verlangt haben. Im Schnitt verlangen Moderna und Biontech/Pfizer das 4- bis 24fache des Herstellungspreises für ihre Corona-Impfstoffe.
Biontech - SNA, 1920, 22.07.2021
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Goldesel EU

Eine besonders verlässliche Einnahmequelle für Moderna und besonders für Biontech/Pfizer ist die EU. Für die bisher gelieferten 600 Millionen Biontech/Pfizer-Impfdosen hat Brüssel nach geleakten Angaben bisher 15,50 Euro pro Stück gezahlt. Gerade erst hat der Pharmakonzern jedoch mit der EU neu verhandelt und konnte scheinbar anstandslos durchsetzen, dass Brüssel nun für die nächsten 900 Millionen Impfdosen 19,50 Euro pro Stück zahlt. Auch Moderna springt auf diesen Zug auf und konnte den mit der EU ausgehandelten Preis pro Impfdosis von 19 auf 21,50 Euro erhöhen.
Laut Einschätzung von The People's Vaccine Alliance hat die EU die Preise mit den mRNA-Herstellern „besonders schlecht verhandelt“.
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