Registrierung erfolgreich abgeschlossen!
Klicken Sie bitte den Link aus der E-Mail, die an geschickt wurde

Schwein gehabt - Baden-württembergische Schweine-Mäster müssen nur alle 11 Jahre Kontrollen fürchten

© SNA / Artjom Korenjuk / Zur BilddatenbankEin Schwein (Symbolbild)
Ein Schwein (Symbolbild) - SNA, 1920, 04.08.2021
Abonnieren
Schweinemastbetriebe in Baden-Württemberg müssen nur alle 11,5 Jahre mit Kontrollen durch die Hygieneinspektoren des Bundeslandes rechnen. Das ergab die Antwort der Landesregierung auf eine Anfrage der SPD-Fraktion im Stuttgarter Parlament.
Bei Legehennen beträgt diese Zeitspanne 9,6 Jahre, bei Truthühnern 13,7 Jahre - und bei Masthühnern sogar 29,4 Jahre. Von insgesamt 6705 kontrollpflichtigen Schweinemastbetrieben in Baden-Württemberg bekamen im Jahr 2020 nur 506 tatsächlich Besuch von den Behörden.
"Es geht einfach nicht, dass ein Betrieb, der viele hundert Tiere hält, nur alle Jubeljahre mit einer Kontrolle rechnen muss", kritisierte SPD-Fraktionschef Andreas Stoch. "Kontrollen sind wichtig, um Missstände schneller zu bemerken und zu beseitigen. Damit wäre der gesamten Landwirtschaft gedient." Betriebe, die sich an die Vorschriften halten, hätten nichts zu befürchten. Durch die "schwarzen Schafe" der Branche würden aber auch sie in schlechtes Licht gerückt.

Agrarministerium: lückenlose Überwachung "nicht leistbar"

Im Jahr 2020 habe es wegen der Corona-Pandemie weniger Kontrollen gegeben, so das Ministerium in seiner Antwort. Mastgeflügel wie Masthühner und Legehennen würden zudem regelmäßig im Rahmen der Schlachttieruntersuchung kontrolliert, was nicht in die Statistik einfließe. Die Kontrollen könnten "im Hinblick auf das Gesamtsystem als grundsätzlich ausreichend" angesehen werden. "Eine lückenlose amtliche Überwachung ist im Rahmen des amtlichen Kontrollsystems nicht vorgesehen und auch nicht leistbar", schreibt das Haus von Agrarminister Peter Hauk (CDU).
Ein Schwein auf einer Farm in Dortmund - SNA, 1920, 26.01.2021
Ferkelkastration: Klöckner plädiert für Alternativen in Branche
Die SPD pocht dennoch auf eine unabhängige "Tierschutzeinheit BW", die Missstände auch bestrafen kann. "Wenn Schweine-haltende Betriebe im Durchschnitt nicht einmal alle zehn Jahre mit einer Kontrolle rechnen müssen, dann sind Zustände, wie wir sie leider immer wieder zur Kenntnis nehmen müssen, programmiert", sagte ihr Tierschutzexperte Jonas Weber. Beim Geflügel sehe es nicht besser aus. "Wenn das die staatlichen Kontrollen sind, darf man sich nicht wundern, wenn Tierschutzaktivisten heimlich und halb-legal Missstände aufdecken und Gerichte ihnen zusprechen, dass sie das dürfen."
Agrarminister Hauk betreibe schlecht verstandene Lobbyarbeit, so die SPD. Der CDU-Politiker geriet durch mehrere Schlachthof-Skandale in die Kritik. Zuletzt sorgten mögliche Tierschutzverstöße eines Schweinemastbetriebs im Alb-Donau-Kreis für Schlagzeilen. Dem öffentlich-rechtlichen Südwestrundfunk wurden Bilder von Aktivisten einer "Soko Tierschutz" zugespielt, die schwer verletzte und sterbende Tiere zeigen sollen.
Newsticker
0
Neueste obenÄlteste oben
loader
Live
Заголовок открываемого материала
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала