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Wann wird „Sputnik V“ in Europa zugelassen? EMA antwortet einer „falsch“ Geimpften

© REUTERS / Dado RuvicEin Fläschchen mit dem russischen "Sputnik V"-Impfstoff
Ein Fläschchen mit dem russischen Sputnik V-Impfstoff  - SNA, 1920, 03.08.2021
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Geimpfte, Genesene, Ungeimpfte – Rechte und Freiheiten dieser Kategorien sind in Deutschland klar beschrieben. Doch es gibt auch eine Minderheit von eigentlich Geimpften – wie mir –, aber mit dem „falschen“ Impfstoff, „Sputnik V“. Ein eigener Fehler? Und – lohnt sich für diese Menschen noch das Warten auf eine Zulassung in der EU? Ein Kommentar.
Schon bald will die Bundesregierung dazu noch die kostenlosen Schnelltests für Ungeimpfte abschaffen. Das dürfte heißen, Geimpfte und Genesene würden ihre persönlichen Freiheiten im vollen Maße genießen dürfen, und der Rest müsste für einen Restaurantbesuch oder für etwa eine Reise innerhalb der EU all die Schnelltests aus der eigenen Tasche bezahlen – wenn sie überhaupt noch gelten werden.
Und es gibt noch Menschen wie mich – sowohl Russen als auch Deutsche –, die sich im Spätfrühjahr mit dem russischen Impfstoff „Sputnik V“ haben impfen lassen, weil er ihnen aufgrund der Vektor-Methode und einer besseren Zugänglichkeit etwas lieber war, und in der Hoffnung, dass die Europäische Arzneimittelagentur EMA ihn in den nächsten Monaten so oder so zulässt. Doch die Zulassung hat sich jetzt schon über fast fünf Monate hinaus verzögert, und es entsteht der Eindruck, dass der Wille dazu auf beiden Seiten einfach fehlt. Was helfen da einzelne Klagen wie die des Bundestagsabgeordneten von der Linken, Diether Dehm, bei der Bundesregierung? Auch Dehm hat sich – zuerst in Moskau, dann in San Marino – mit „Sputnik V“ impfen lassen und fordert eine Gleichbehandlung des Impfstoffes in Deutschland.
Doch schon öfter haben die zuständigen Politiker in Deutschland, Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) inklusive, oder auch etwa Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), eine Zulassung durch die EMA für eine Verwendung des Impfstoffes hierzulande in den Raum gestellt. Da der Corona-Impfstoff an sich nicht mehr knapp ist, erscheint auch eine Notfallzulassung auf nationaler Ebene in Deutschland ausgeschlossen.

Und was sagt die EMA dazu?

„Der Sputnik-V-Impfstoff wird derzeit von der EMA fortlaufend geprüft, und das Rolling-Review-Verfahren wird fortgesetzt, bis ausreichende Beweise für einen formellen Zulassungsantrag vorliegen, der noch nicht eingegangen ist“, antwortet der EMA-Sprecher Salvador Ruiz. Also ist die eigentliche Zulassung des Impfstoffs aus der Sicht der EMA noch gar nicht von der russischen Seite beantragt worden.
Der Bundestagsabgeordnete Diether Dehm (Die Linke) bei seiner Zweitimpfung mit Sputnik V in San Marino - SNA, 1920, 19.07.2021
Zweite Dosis „Sputnik V” in San Marino – Diether Dehm plant Klage für Impfanerkennung
Er ist wie der längst von der EMA empfohlene Astrazeneca-Impfstoff, nur viel cleverer gebaut, hieß es früher von Wissenschaftlern – und? Noch Mitte April war die EMA zu einer Inspektion nach Moskau gereist, um unter anderem zwei Kliniken mit den an der Phase III der klinischen Studien teilnehmenden Patienten sowie die Produktionsstandorte von „Sputnik V“ zu besichtigen. Die Ergebnisse dieses Besuchs werden seitdem so gut wie geheim gehalten. Diskutiert wurde aber, dass es zwischen der EMA und dem Hersteller vor allem einen Streit um „ethische Standards“ gebe. Wie bekannt, haben in Russland an der Phase III auch „normale“ Menschen, darunter russische Militärs und Beamte, freiwillig teilgenommen, und nicht die „typischen“ Probanden irgendwo in Drittländern in Südamerika.
Kirill Dmitrijew, der Leiter des Russischen Fonds für Direktinvestitionen (RDIF), der die Produktion des Impfstoffes finanziert, versicherte damals, dass auf die Studienteilnehmer kein Druck ausgeübt worden sei und alle klinischen Praktiken während der Studien befolgt würden. Aktuell bezeichnet Dmitrijew die Berichte über angeblich unzureichende Daten zu „Sputnik V“ immer wieder als unwahr und meint, der russische Impfstoff mit „sehr guten klinischen Daten“ werde von einigen großen Pharmaunternehmen angegriffen. Dabei rechne er „im Herbst“ mit der Zulassung von „Sputnik V“ durch die EU-Behörde und „im September oder Oktober“ mit der Zulassung durch die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Geimpft – und doch nicht

Doch die EMA zeigt sich unbeirrbar. „Während die Evaluierung eines Covid-19-Impfstoffs im Gange ist, können wir die von uns überprüften Daten und Informationen nicht kommentieren oder andere Details offenlegen“, antwortet EMA-Sprecher Ruiz weiter auf die Fragen, welche Daten der russische Entwickler eigentlich noch nicht eingereicht hat. Ruiz zeigt sich ganz emotionslos: Diese Informationen würden dann in den abschließenden Bewertungsbericht aufgenommen, der zum Zeitpunkt einer Empfehlung durch die EMA zur bedingten Zulassung veröffentlicht würde – falls ein Antrag (auf die Zulassung) eingehe.
Ein Fläschchen mit dem russischen Sputnik V-Impfstoff  - SNA, 1920, 03.08.2021
Wann wird „Sputnik V“ in Europa zugelassen? EMA antwortet einer „falsch“ Geimpften
Doch bei den mit „Sputnik V“ Geimpften sind Emotionen angesagt. Kürzlich hat etwa die russische Pilotengewerkschaft die Regierung in Moskau aufgefordert, ausländische Impfstoffe in Russland zuzulassen – damit die Piloten sich bei Flügen in die EU nicht jedes Mal testen lassen müssen. Doch das Prinzip der Gegenseitigkeit „Sie – uns, wie – ihnen“ schließt solch eine Zulassung ja eher aus. Für die Gesundheit hätten Sie sich zwar geschützt, doch in Wirklichkeit geht es in erster Linie um Freiheit, oder? Für die „falsch“ Geimpften bleibt wohl nur, noch mehrere Monate abzuwarten, um sich mit dem hiesigen Impfstoff impfen zu lassen – oder die Einschränkungen wegen einer fehlenden „richtigen“ Impfung wie bei den Ungeimpften zu akzeptieren, obwohl auch diese womöglich gar nicht nötig wären.
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