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IOC leitet Untersuchung zu Fall der Athletin Timanowskaja aus Weißrussland ein

© REUTERS / Aleksandra SzmigielKristina Timanowskaja (Archivbild)
Kristina Timanowskaja (Archivbild) - SNA, 1920, 03.08.2021
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Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat eine eigene Untersuchung zum Fall der weißrussischen Athletin Kristina Timanowskaja eingeleitet. Dies bestätigte IOC-Sprecher Mark Adams bei einer Pressekonferenz.
Adams betonte, dass die weißrussische Sportlerin in mehreren Gesprächen gesagt habe, sie fühle sich „sicher und geschützt“. Ferner sagte er: „Wir erwarten heute einen Bericht vom Nationalen Olympischen Komitee Weißrusslands. (…) Wir haben beschlossen, eine Ermittlung einzuleiten; wir müssen alle Tatsachen und alle, die verwickelt sind, festzustellen. Das wird Zeit in Anspruch nehmen.“
Das IOC habe das Nationale Olympische Komitee Polens mit der Frage kontaktiert, wie man die Sportlerin in Zukunft unterstützen könne. „Unsere allererste und oberste Priorität ist die Sicherheit der Athleten“, so Adams.

Reaktionen von Sportler-Bündnissen

Der Verein Athleten Deutschland zeigte sich laut eigener Pressemitteilung entsetzt über die mutmaßlich versuchte Entführung der belarussischen Athletin. Maximilian Klein, Beauftragter für Internationale Sportpolitik, äußerte sich dazu:
„Sollten sich die Vorwürfe bewahrheiten, muss das IOC dringend weitere Sanktionen gegen Belarus prüfen. In diesem Fall kämen auch ein Ausschluss des belarussischen Regimes vom internationalen Sportsystem und eine Suspendierung des belarussischen Nationalen Olympischen Komitees in Frage (…).“
In der Pressemitteilung der Organisation Global Athlete heißt es unter anderem:
„Das IOC sollte das Belarussische Olympische Komitee sofort suspendieren und allen Sportlern aus Belarus erlauben, als neutrale Athleten unter der olympischen Flagge zu starten.“
Olympische Spiele in Tokio - SNA, 1920, 02.08.2021
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Humanitäres Visum für Athletin

Derzeit befindet sich Timanowskaja in der polnischen Botschaft in Tokio. Polen erteilte ihr ein humanitäres Visum.
Der polnische Botschafter in Tokio, Pawel Milewski, postete ein gemeinsames Foto und teilte mit, dass es der Athletin gut gehe.
Der polnische Ministerpräsident Mateusz Morawiecki sprach im Fall Timanowskaja von einem „kriminellen Versuch, eine Sportlerin zu entführen, die kritisch gegenüber dem belarussischen Regime eingestellt ist“.

Hintergrund

Die Läuferin Kristina Timanowskaja hätte eigentlich im 200-Meter-Sprint der Damen für ihr Heimatland Weißrussland bei den Olympischen Sommerspielen in Tokio antreten sollen.
Timanowskaja informierte via Instagram, dass sie aber ohne Erklärungen für den 400-Meter-Lauf aufgestellt wurde. „Man hat beschlossen, alles hinter meinem Rücken zu machen“, schrieb sie. Die hochrangigen Personen sollten laut ihren Worten die Sportler respektieren und deren Meinung berücksichtigen.
Medien berichten, dass Timanowskaja zuvor eine Instagram-Story gepostet hatte, in der sie belarussische Funktionäre kritisiert haben soll, die sie ohne ihr Wissen für diese Distanz aufgestellt hätten, weil der Verband nicht die Anzahl ausreichender Dopingkontrollen für die Sportlerinnen habe gewährleisten können, die für die 400-Meter-Staffel vorgesehen waren. Später soll das Video gelöscht worden sein.
Kristina Timanowskaja (Archivbild) - SNA, 1920, 02.08.2021
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Am 1. August hatte das belarussische NOK erklärt, dass Timanowskaja „aufgrund ihres emotionalen und psychologischen Zustands“ nicht mehr an den Olympischen Spielen teilnehmen könne.
Die oppositionelle belarussische Athletenvertretung Belarusian Sport Solidarity Foundation teilte am 1. August via Telegram mit, dass Timanowskaja aus Tokio ausgeflogen werden soll. Am Flughafen Haneda hatte sie den Rückflug verweigert und sich an die japanische Polizei gewendet.

Lukaschenko warnt

Ende Juli hatte der weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko erklärt, dass jene Sporter, die keine Medaillen bei den Olympischen Spielen gewinnen würden, lieber nicht in ihr Heimatland zurückkehren sollten.
„Denkt, bevor ihr als Haupttrainer, Spezialisten (…) dorthin fahrt, ob es sich lohnt, überhaupt dorthin zu reisen. Wenn ihr dort als Touristen hinfahrt und mit nichts zurückkommt, dann kommt lieber nicht ins Land zurück. Ich sage euch das als Staatschef und nicht als Leiter einer gesellschaftlichen Organisation.“
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