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Bundeskanzler Olaf Scholz? Gut möglich, aber ...

© REUTERS / POOLBundesfinanzminister Olaf Scholz
Bundesfinanzminister Olaf Scholz - SNA, 1920, 03.08.2021
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Bei einer Direktwahl des Bundeskanzlers würde SPD-Kandidat Olaf Scholz laut Umfragen im September diese gewinnen. Sein Problem: Er kandidiert wohl für die falsche Partei.
Laut der satirischen Webseite „Der Postillon“ verfolgt der SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz eine „geniale Wahlkampfstrategie“:

„Scholz wartet einfach ab, bis sich Laschet und Baerbock selbst zerlegt haben.“

Auch die seriöse „Berliner Zeitung“ haut in die gleiche Kerbe:
„Wenn der Bundestagswahlkampf ein Fahrradrennen wäre, dann müsste man Olaf Scholz aufrichtig dafür bewundern, dass er sich seine Kräfte bisher am besten eingeteilt hat. Während Annalena Baerbock und Armin Laschet sich mit sehr wechselndem Glück abstrampeln, fährt Olaf Scholz geradezu gemütlich im Windschatten mit.“
Der 63-Jährige selbst scheint diese Tendenz ebenfalls registriert zu haben.

„Im Moment bewegt sich die politische Stimmungslage langsam in unsere Richtung, darauf setze ich“, sagte Scholz Ende Juli der Nachrichtenagentur DPA.

Grünen-Kandidatin Annalena Baerbock und SPD-Kandidat Olaf Scholz - SNA, 1920, 30.07.2021
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„Scholz hat sich lange nicht entschuldigt“

Bedauerlich für ihn allerdings bewegt sich die Stimmung viel zu langsam. Immer noch liegen die SPD-Werte bei allen Umfragen knapp hinter den Grünen und weit abgeschlagen hinter der CDU/CSU. Laschet und Baerbock sind bisher auch die aktivsten „Newsmaker“ für die Medien, wenn auch meist im negativen Sinne. Beide stapfen konsequent von einem Fettnapf in den anderen und müssen sich anschließend für jeden Fehltritt entschuldigen. Dazu noch jeweils mehrmals – einmal per Twitter, dann im Fernsehen, danach für dieses oder jenes Printmedium.
Dies passiert mit den beiden mittlerweile so häufig, dass man sich langsam des Eindrucks erwehren müsste, Laschet und Baerbock könnten das unter Umständen absichtlich tun – um nur in aller Munde zu sein und für die Medien interessant zu bleiben. Momentan sei in Deutschland ein „Entschuldigungs-Wahlkampf“ im Gange, stellte die Tageszeitung „Die Welt“ jüngst ironisch fest.
„Olaf Scholz hat sich lange nicht entschuldigt“, merkte das Blatt in diesem Zusammenhang an. Zuletzt sei dies 2017 nach den Krawallen am Rande des G20-Gipfels in Hamburg gewesen, wo der jetzige Kanzlerkandidat damals Erster Bürgermeister war. Jegliche Verantwortung für die Wirecard-Affäre weist Scholz jedenfalls von sich: „Die Verantwortung für diesen groß angelegten Betrug trägt nicht die Bundesregierung“, erklärte er im Untersuchungsausschuss. Kein Grund also, sich zu entschuldigen.
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„Sehr entspannter Mensch“

„Ich bin ein sehr entspannter Mensch“, gestand Scholz jüngst beim „Brigitte live“-Interview. Diese Selbsteinschätzung mag stimmen – jedenfalls im Vergleich zu den beiden Konkurrenten im Wahlrennen. „Während Annalena Baerbock bei der gleichen Gelegenheit vor allem vorsichtig war und Armin Laschet manchmal schlicht keine rechte Antwort einfiel, antwortet Scholz bereitwillig und so spontan, dass er glaubhaft wirkt“, hieß es in der „Berliner Zeitung“ zu den Auftritten der drei bei „Brigitte“.
Ein Feminist und Frauenversteher dürfte Scholz auch sein – sogar mehr als seine „Brigitte“-Interviewerin. Als diese ihn fragte, ob seine Frau weiterarbeiten würde, wenn er Kanzler werden sollte, erwiderte der Kanzlerkandidat: „Das ist eine Frage, die mich empört.“
„Meine Frau ist eine erfolgreiche Politikerin“, und es bestehe kein Grund, warum die eine Laufbahn von der anderen abhängen solle. Die beschämte Journalistin musste sich anschließend entschuldigen: „Das war die dusseligste Frage, die ich in den vergangenen Monaten gestellt habe. Und ich finde es super, wie Sie reagiert haben.“
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„Wäre Scholz ein Grüner …“

„Ab wann wird so ein Satz lächerlich: ‚Ich will Kanzler werden‘“, fragte Sandra Maischberger den SPD-Kandidaten Anfang Juni in ihrem ARD-Talk. Sie verwies dabei auf Diagramme, die den blamablen Niedergang der einst mächtigen Partei SPD illustrierten. Völlig unbeirrt reagierte der „entspannte Mensch“ Scholz darauf mit eingeübten Phrasen wie:

„Es geht darum, dass wir jetzt das Ziel haben, die Regierung zu führen.“ „Die Kurve geht nach oben, ich glaube, dass wir diese Chance haben.“ Oder: „Da ist alles drin, und wir werden gemeinsam versuchen, das voranzubringen.“

Da musste wohl dieser oder jener Zuschauer auf den Gedanken kommen, dieses hart gesottene Polittier wird schon etwas wissen oder spüren, was die normal Sterblichen zu wissen oder zu spüren nicht in der Lage sind.
Die „Neue Zürcher Zeitung“ kommentierte: „Wäre Scholz ein Grüner, wären seine Chancen weit besser. Wäre er in der CDU, würde sich seine Wahl geradezu aufdrängen. Ist er aber nicht.“
Ein vom Magazin „Focus“ interviewter CDU-Politiker bekräftigte diesen Gedanken:

„Würde Scholz im September für die CDU kandidieren, wäre er gemachter Bundeskanzler.“

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