Registrierung erfolgreich abgeschlossen!
Klicken Sie bitte den Link aus der E-Mail, die an geschickt wurde

Gender-Sprache in Gesetzestexten – Baerbocks Initiative stößt auf Widerstand

© REUTERS / POOLAnnalena Baerbock, Co-Vorsitzende der Grünen und Kanzlerkandidatin für die anstehende Bundestagswahl,auf einer Pressekonferenz zur Nachbereitung der Flutkatastrophe im Haus der Bundespressekonferenz in Berlin , 26. Juli 2021.
Annalena Baerbock, Co-Vorsitzende der Grünen und Kanzlerkandidatin für die anstehende Bundestagswahl,auf einer Pressekonferenz zur Nachbereitung der Flutkatastrophe im Haus der Bundespressekonferenz in Berlin , 26. Juli 2021.  - SNA, 1920, 02.08.2021
Abonnieren
Die Co-Chefin und Kanzlerkandidatin der Grünen, Annalena Baerbock, will im Falle des Wahlsieges die Sprache in deutschen Gesetzen gendergerecht anpassen. Jedoch kommt ihr Vorstoß nicht bei allen gut an.
„Ich will Politik für alle Menschen machen, und das bedeutet, auch alle mit anzusprechen – und nicht nur mitzumeinen“, sagte Baerbock dem „Tagesspiegel“ am Samstag. Sprache könne auch ausgrenzen. Darauf müsse die Gesellschaft achten. Sprache verändere sich. Heute rede man zum Beispiel eher von „Ärztinnen und Ärzten“ und nicht nur von „Ärzten“, weil sonst im Kopf nur das Bild eines Mannes auftauche. Im Falle eines Wahlerfolgs wolle sie auf geschlechtergerechte Sprache in Gesetzestexten achten.
Diese Initiative stößt sich zwar an den Ergebnissen einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest Dimap vom Mai, laut der die große Mehrheit der Deutschen die Gendersprache ablehne. Formulierungen wie „Zuhörende“ statt „Zuhörer“, die Nutzung des großen Binnen-I („WählerInnen“) oder des Gendersternchens gehören nicht in die schriftliche Sprache, fanden etwa 65 Prozent der Befragten damals. Noch vor einem Jahr waren es 56 Prozent.

Gegenwind in der Politik

So sträubt sich auch die politische Konkurrenz der Grünen gegen Baerbocks Plan. „Keine Gendersprache in Gesetzestexten! Gesetze müssen verständlich, lesbar und nachvollziehbar sein“, schrieb etwa der CDU-Bundestagsabgeordnete Christoph Ploß auf Twitter. Der Vorschlag von Baerbock schwäche „unsere Demokratie und spaltet die Gesellschaft“.
„Dass die Grünen den Gender-Irrsinn befeuern, kann nicht überraschen“, kritisierte weiter der FDP-Fraktionschef und Landtagsvizepräsident in Nordrhein-Westfalen, Gerhard Papke. Die Abgeordneten der anderen Parteien rief er indirekt auf, „die mutwillige Zerstörung unserer Sprache durch eine Initiative im Bundestag zu stoppen“.
Auch der verkehrspolitische Sprecher der FDP-Fraktion im Bundestag, Oliver Luksic, meinte, die heutigen Gesetze seien schon so nicht einfach zu lesen, so dass man jetzt nicht auch noch eine „künstliche grüne Gender-Bürokratie“ brauche. „Sprache sollte verständlich und eindeutig sein, nicht politisch aufgezwungen.“
„Auf so einen sinnbefreiten Vorschlag muss man erstmal kommen“, legte seinerseits der AfD-Fraktionsvorsitzende im Berliner Abgeordnetenhaus, Georg Pazderski, nach.
Auch Journalisten der konservativen Zeitung „Die Welt“ wie Tamara Wernli zeigen sich äußerst kritisch. „Auf der Prioritätenliste der gut ausgebildeten & beruflich erfolgreichen Meinungs-Politelite steht seit Jahren Gendersprache, während seit Jahren zu den 20 größten Problemen im Leben der meisten weniger privilegierten Menschen alles Mögliche zählt, nur nicht sprachliche Finessen“, schrieb Werni ebenfalls auf Twitter, von mehreren Nutzern unterstützt.

Klare Mehrheit auch gegen Gender-Sprache in Medien

Auch eine vom ZDF beauftragte repräsentative Umfrage der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen ergab, dass 71 Prozent der Menschen Gendersternchen und Sprechpausen in den Medien nicht gut finden. 48 Prozent finden die Gendersprache in den Medien zudem „überhaupt nicht wichtig“. Nur 25 Prozent der Befragten fänden eingefügte Trennungszeichen oder Sprechpausen „gut“. Vier Prozent hatten dazu keine Meinung.
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала