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„Apartheid vor unserer Haustür“: Sinti und Roma beklagen Diskriminierung

© AP Photo / ECKEHARD SCHULZDie Bronzeplastik "Geschlagener" des Dresdener Bildhauer Wieland Foerster (Archiv)
Die Bronzeplastik Geschlagener des Dresdener Bildhauer Wieland Foerster (Archiv) - SNA, 1920, 02.08.2021
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Zum Holocaust-Gedenktag für die Sinti und Roma an diesem Montag hat der Vorsitzende des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, gegenüber Medien eine gleichberechtigte Behandlung für die Angehörigen der Volksgruppen gefordert.
„Sinti und Roma müssten gleichberechtigt in ihren Heimatländern in Ost- und Südosteuropa leben dürfen, mit Zugang zu Arbeit und Bildung“, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Montag) anlässlich des Holocaust-Gedenktages für Sinti und Roma. „Wir dürfen keine Apartheid vor unserer Haustür dulden.“
In Deutschland forderte Rose eine bewusstere Sensibilisierung der Gesellschaft. Zwar sei in den vergangenen Jahren politisch viel erreicht worden, gesellschaftlich bleibe aber noch vieles zu tun. „Der Antiziganismus ist tief in unserer Gesellschaft verwurzelt, antiziganistische Klischees werden seit Jahrhunderten von Generation zu Generation weitergegeben“, sagte er. Außerdem gebe es in Deutschland nicht das gleiche Bewusstsein für Antiziganismus wie für Antisemitismus.
Auch die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat anlässlich des Holocaust-Gedenktags für die Roma zu mehr Engagement im Kampf gegen Ausgrenzung aufgerufen.
„Die Erinnerung an die Verfolgungen der Roma ist eine kollektive Pflicht der Europäerinnen und Europäer. Sie macht uns immer wieder bewusst, dass wir gegen die anhaltende Diskriminierung von Roma vorgehen müssen“, erklärte von der Leyen am Freitag gemeinsam mit weiteren Kommissionsmitgliedern. Man appelliere deswegen erneut an die Mitgliedsstaaten, sich zur Umsetzung der 2020 erarbeiteten Strategie für Gleichstellung, Inklusion und Teilhabe der Roma zu verpflichten.
Das Klistierdenkmal auf dem Gebiet eines Sanatoriums nahe der südrussischen Stadt Schelesnowodsk (Region Stawropol)  - SNA, 1920, 19.04.2021
„Klistier“, „Lovepark“ oder „Scheißbrunnen“ – elf ungewöhnliche Denkmäler auf der Welt – Videos
„In unserer Union (...) haben Hass, rassistisch motivierte Gewalt und ethnisches Profiling keinen Platz“, heißt es in der Erklärung weiter. Gemeinsam könne man für mehr Gerechtigkeit in der EU sorgen, insbesondere für Angehörige ihrer größten ethnischen Minderheit.
In den vergangenen Monaten gab es in Deutschland eine öffentliche Diskussion darüber, ob das Wort „Zigeuner“ diskriminierend sei. In mehreren Medienberichten hieß es, dass deutsche und internationale Interessenvertretungen der Roma den Begriff „Zigeuner“ wegen der stigmatisierenden und rassistischen Konnotationen ablehnen würden, weil das Wort für sie im Kontext einer langen Verfolgungsgeschichte ihres Volkes stehe, die zum nationalsozialistischen Genozid führte.
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