Registrierung erfolgreich abgeschlossen!
Klicken Sie bitte den Link aus der E-Mail, die an geschickt wurde

Politik-Experte: Authentizität und Volksnähe sind das A und O bei Wahlkampf-Sommertouren

© REUTERS / CHRISTIAN MANGCDU-Chef Armin Laschet
CDU-Chef Armin Laschet - SNA, 1920, 31.07.2021
Abonnieren
Manche Spitzenpolitiker nutzen die parlamentarische Sommerpause, um den Bürgern mit ihren Problemen und Belangen Gehör zu schenken und dabei ein möglichst positives Bild abzugeben. Oftmals reisen sie in Begleitung von Journalisten. Politikwissenschaftler Uwe Jun findet diese Idee gar nicht so schlecht und erklärt, warum.
Wahlkampf-Sommertouren sind seit geraumer Zeit ein fester Bestandteil des politischen Lebens. Außerhalb des turbulenten geschäftlichen Alltags können sich Regierungschefs, Minister oder Abgeordnete auf diese Weise mehr Zeit nehmen als sonst, um sich persönlich vor Ort danach zu erkundigen, was die Mitbürgerinnen und Mitbürger bewegt und wo ihnen womöglich der Schuh drückt.
Auch sein Wahlprogramm kann man auf diesem Wege aufgrund der Volksnähe besser und – noch wichtiger – eingängiger präsentieren. Die mediale Präsenz und gemeinsame Fotos mit den Bürgern können sich ebenfalls positiv auf die Beliebtheitswerte auswirken.
Der Trierer Politikwissenschaftler Uwe Jun etwa sieht da einen entscheidenden Moment, der ein gutes Licht auf den Politiker werfen kann – nämlich Authentizität. Selbstinszenierungen kommen eben kaum gut an. Sommertouren von Politikern etwa in Rheinland-Pfalz und dem Saarland kommen nach Juns Einschätzung beim Bürger gut an – selbst dann, wenn sie ohne konkretes Ergebnis bleiben.
„Solche Gespräche werden dann trotzdem positiv bewertet, weil man zeigt, dass man sich mit den Wünschen der Bevölkerung auseinandergesetzt hat“, sagte Jun im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur in Saarbrücken.
Sommerreisen – wie beispielsweise von Saar-Ministerpräsident Tobias Hans (CDU), Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD) oder Finanzminister Peter Strobel (CDU) – erfüllten vor allem zwei Zwecke: Zum einen, mediale Aufmerksamkeit zu gewinnen, vor allem aber auch, Präsenz vor Ort zu zeigen.
„Es dient dazu, eine Art Image des volksnahen Politikers zu stärken und im Falle von Herrn Hans seine Rolle als Landesvater zu unterstreichen, dem es wichtig ist, unterschiedliche Regionen des Landes und ihre Menschen näher kennenzulernen.“
Die Politik versuche, ihre Repräsentationsfunktion zu erfüllen und die Interessen jener Gruppen kennenzulernen, die von den Entscheidungen, die man treffe, betroffen seien. „Insofern dienen solche Reisen dem Austausch mit wichtigen Bezugsgruppen“, so der Wissenschaftler. Empirische Daten gebe es zwar nicht, wie solche Touren ankämen, Jun geht jedoch davon aus, dass es neben Lob auch Kritik gibt:
„Einige werden sagen, es sei gut, dass sich die Politiker um uns kümmern, und andere werden meinen, dass sie das nur machen, um ihr Image zu verbessern oder Wählerstimmen zu gewinnen.“
Dabei sei es relativ unerheblich, welche Unternehmen oder Einrichtungen besucht würden. Zwar sei es wichtig, unterschiedliche Regionen zu bereisen und nicht nur in der Landeshauptstadt unterwegs zu sein. Aber entscheidender als die Ortswahl sei der Eindruck, der erweckt werde.
CDU-Chef Armin Laschet - SNA, 1920, 30.07.2021
Quelle nicht benannt: Unions-Kanzlerkandidat Laschet gesteht Fehler in eigenem Buch
„Ganz ohne Inszenierung kommt man zwar nicht aus, aber es geht um Authentizität und Glaubwürdigkeit“, sagte Jun. „Es darf nicht der Eindruck entstehen, dass die Menschen nur Staffage sind oder nur dazu dienen, das Ansehen des Politikers zu erhöhen.“
Eher müssten die Bürger das Gefühl haben, der Ministerpräsident oder die Fachminister besuchten sie tatsächlich, weil es ihnen Freude bereite oder sie wirklich Interesse an einem Thema hätten.
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала