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Kann westliche Überlegenheitsgefühle schwer nachvollziehen – Lars Eidinger über DDR-Vergangenheit

© AP Photo / Axel SchmidtSchauspieler Lars Eidinger
Schauspieler Lars Eidinger - SNA, 1920, 31.07.2021
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Im Westen aufgewachsen, übernimmt nun Lars Eidinger die Rolle eines Stasi-Mitarbeiters in der DDR in einem neuen historischen Filmdrama. Die Dreherlebnisse haben im Schauspieler zwiespältige Erinnerungen an die Zeit vor und nach der Wende wachgerufen. Diese teilte Eidinger im jüngsten Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) mit.
Der 45-jährige Schauspieler Lars Eidinger hat keine guten Erinnerungen an seine ersten DDR-Erkundungen nach der Maueröffnung.
„Mein Vater hatte einen BMW-Geschäftswagen, mit dem sind wir im Schritttempo durch die Dörfer gefahren. Mein Bruder und ich saßen hinten drin und wurden immer kleiner. Ich fühlte mich furchtbar – wie ein Besatzer“, berichtete Eidinger am Samstag.
„Die ehemaligen DDR-Bürger standen in ihren Vorgärten und sahen in die dicken Autos hinein. Nach meinem Empfinden rühren aus solchen Begegnungen die immer noch existierenden Komplexe zwischen Ost und West.“
Viele Konflikte rührten daher, dass der Westen den Osten okkupiert habe, sagte Eidinger. „Der Westen hat dem Osten das vermeintlich bessere System übergestülpt.“ So sei die Chance verpasst worden, das Beste aus beiden Systemen zusammenzuführen.
„Die Idee des Sozialismus hätten wir nicht aus den Augen verlieren sollen. Wie wir heute wissen, ist der Kapitalismus auch nicht der Weisheit letzter Schluss.“
Er könne westliche Überlegenheitsgefühle schwer nachvollziehen – „so nach dem Motto: ‚Was, der war in der Stasi?‘“, sagte Eidinger.
„Die Menschen in der DDR sind in diesem System sozialisiert worden. Dagegen aufzubegehren oder Widerstand zu leisten, stellt sich aus einem Abstand heraus immer leichter dar.“
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Wahre Lebensgeschichte des letzten DDR-Hinrichtungsopfers

Das neue Filmdrama „Nahschuss“, dem wahre Begebenheiten aus den DDR-Zeiten zugrunde liegen, berichtet über die letzte Vollstreckung des Todesurteils in der DDR durch den titelgebenden „Nahschuss“. Der Film erscheint am 12. August in den Kinos.
Dort spielt Eidinger einen Kommunisten, der sich letzten Endes durch den auf den ersten Blick vorzüglichen Job eines Stasi-Mitarbeiters blenden lässt und anschließend wegen Stasi-Spionage zum Tode verurteilt wird.
Zunächst scheinen seine Aktivitäten nämlich nur dem Informationsbedarf der DDR zu dienen, doch dieser Bedarf wird größer und monströser. Franz fühlt sich unwohl und isoliert sich. Zwar will er raus aus diesem System, doch es gibt keinen Weg mehr – der Geheimdienst lässt ihn nicht gehen.
Die Filmhandlung beruht auf der Geschichte von Werner Teske, der 1981 in der DDR hingerichtet wurde.
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