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Eisenhüttenstadt – von der sozialistischen Vorzeigestadt zum architektonischen Kleinod

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Eisenhüttenstadt – sozialistische Vorzeigestadt an der polnischen Grenze. Hier läuft die Ausstellung „Ohne Ende Anfang. Zur Transformation der sozialistischen Stadt“. An der Konzeption und dem Bau von Eisenhüttenstadt haben auch sowjetische Architekten mitgewirkt. Überhaupt ist die Freundschaft zur Sowjetunion in der Stadt präsent.
Der Umbruch von 1989/90 bedeutete für viele Städte Ostdeutschlands eine tiefe Zäsur. Der Typus der sozialistischen Stadt mit seiner Melange aus Arbeiten, Wohnen und Leben kollidierte mit dem Abbau von Industrie und den Idealen einer individualisierten Erlebnisgesellschaft. Geburtenrückgang und Abwanderung führen zu schrumpfenden Wohngebieten, Abrissen und zu einem durchgreifenden Stadtumbau.
Das Museum Utopie und Alltag versucht aufzuzeigen, wie Eisenhüttenstadt damit umgeht. Die Ausstellung „Ohne Ende Anfang. Zur Transformation der sozialistischen Stadt“ versucht anhand von Bauplänen, Modellen, Fotografien, historischem und aktuell gefertigtem Material diesen Wandel darzustellen.

Stadt neuen Typs

Das Beispiel Eisenhüttenstadt bietet sich dazu besonders an: Vor 70 Jahren in peripherer Lage gleichsam auf Neuland gegründet, wird Eisenhüttenstadt als „Stadt neuen Typs“ den Bedürfnissen einer sozialistischen Gesellschaft auf den Leib geschneidert: mit großzügig bemessenen sozialen Räumen und mit aufwendiger Architektur. Wenige Monate zuvor beginnt der Bau des Eisenhüttenkombinats Ost, dem eine tragende Rolle für die Schwerindustrie des neuen Staates zugewiesen ist. Im letzten Jahr der DDR zählt das Werk über 10.000 Beschäftigte und Eisenhüttenstadt mehr als 50.000 Einwohner.
© Foto : VEB Volkskunstverlag Reichenbach i.V.

Ansichtskarte Stalinstadt, Hochofengruppe – 1953

Ansichtskarte Stalinstadt, Hochofengruppe – 1953 - SNA
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Ansichtskarte Stalinstadt, Hochofengruppe – 1953

© Foto : Stadtarchiv Eisenhüttenstadt

Ansichtskarte Stalinstadt, die erste sozialistische Stadt Deutschlands – 1958

Ansichtskarte Stalinstadt, die erste sozialistische Stadt Deutschlands – 1958 - SNA
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Ansichtskarte Stalinstadt, die erste sozialistische Stadt Deutschlands – 1958

© Foto : Stadtarchiv Frankfurt (Oder)

Ansichtskarte Stalinstadt, Selbstbedienungsladen in der Straße des Komsomol – 1960

Ansichtskarte Stalinstadt, Selbstbedienungsladen in der Straße des Komsomol – 1960 - SNA
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Ansichtskarte Stalinstadt, Selbstbedienungsladen in der Straße des Komsomol – 1960

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Ansichtskarte Stalinstadt, Hochofengruppe – 1953

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Ansichtskarte Stalinstadt, die erste sozialistische Stadt Deutschlands – 1958

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Ansichtskarte Stalinstadt, Selbstbedienungsladen in der Straße des Komsomol – 1960

Mit dem Ende des Realsozialismus war der Stahlstandort gefährdet. Gemeinschaftlich erstritten die Bürger und Beschäftigten den Fortbestand des Werkes, in dem ab 1991 noch knapp 3000 Menschen arbeiteten. Der Stadtkern wird mustergültig saniert und ist heute ein Baudenkmal von internationalem Rang. Indes leben nur noch 25.000 Menschen in Eisenhüttenstadt, mit weiter abnehmender Tendenz. Ganze Nachbarschaften wurden bereits rückgebaut.

Aufgeschlossener Umgang mit dem Erbe der DDR

Archivar dieser Entwicklung ist auch der ­Architekt und Fotograf Martin Maleschka, der die Stadt für die Ausstellung mit DDR-Legosteinen nachgebaut hat. Es gibt kaum jemanden, der sich so gut in Eisenhüttenstadt auskennt, wie Maleschka. Für einen Architektur- und Kunstführer hat er 35 herausragende Bauten und Kunstwerke der Stadt dokumentiert. Der Architekt sieht dies auch als Plädoyer für einen aufgeschlossenen Umgang mit dem baukulturellen Erbe der DDR.
Hier finden Sie den Architekturführer von Martin Maleschka.
Die Ausstellung „Ohne Ende Anfang. Zur Transformation der sozialistischen Stadt“ im Museum Utopie und Alltag in Eisenhüttenstadt läuft noch bis zum 29. Mai 2022.
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