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„Das frustriert Leute“ – Berlins Bürgermeister Müller bei „Markus Lanz“ als unwissend bloßgestellt

© AFP 2021 / TOBIAS SCHWARZBerlins regierender Bürgermeister Michael Müller besucht am 19. Juni 2021 das Bett1 Open WTA 500 Tennisturnier in Berlin. Symbolfoto.
Berlins regierender Bürgermeister Michael Müller besucht am 19. Juni 2021 das Bett1 Open WTA 500 Tennisturnier in Berlin. Symbolfoto. - SNA, 1920, 30.07.2021
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Berlins regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hat sich am Donnerstagabend im ZDF bei „Markus Lanz“ unwissend in Fragen gezeigt, zu denen er als Politiker schon Bezug haben sollte.
Eigentlich sollen Kinder aus Familien, die aus Hochrisikogebieten – den sogenannten Hochinzidenzgebieten – aus dem Urlaub nach Deutschland zurückkehren, erstmal für fünf Tage in Quarantäne, bevor sie sich „frei testen“ dürfen – und das, obwohl eigentlich Schulpflicht in Präsenz besteht. Um dieses Problem ging es unter anderem in der Sendung. Wenn sie aus einem Virusvariantengebiet zurückkehren, müssen sie für 14 Tage in Quarantäne, ohne sich freitesten zu dürfen. Wenn sie aber aus einem normalen „Risikogebiet“ zurückkommen, können sie sich sofort freitesten. So steht es auf der Webseite des Bundesgesundheitsministeriums. Stichwort Regelungswirrwar.
Doch Müller hatte von diesen einzelnen Regelungen offenbar keine Ahnung. Mehr noch: Er hat alles in einen Topf geworfen.

„Bei den Virusvarianten-Ländern – da bin ich jetzt unsicher, ob es da für die gesamte Familie ist –, in den Hochinzidenzländern, da würden die Kinder ohne Quarantäne in die Schule gehen“, erklärte der SPD-Politiker – und wurde gleich von der Wissenschaftsjournalistin der „Süddeutschen Zeitung“, Christina Berndt, korrigiert.

„Meiner Ansicht nach stimmt das nicht“, sagte Berndt zu Müller. „Wer aus einem Hochrisiko- oder Risikogebiet zurückkehrt, kann sich sofort freitesten auch als Kind, aber bei einem Hochrisikogebiet erst nach fünf Tagen.“
„Habe ich Sie auf dem falschen Fuß erwischt, Herr Müller?“, legte Lanz schmunzelnd nach. Müller dazu: „Nein, ich kann es nicht genau sagen bei den Hochinzidenzländern, wie das funktioniert bei den Kindern, ob sie dann tatsächlich am ersten Tag in die Schule können und in der Schule getestet werden, ob dieser Test zu Hause oder beim Arzt stattfindet.“
„Das ist genau Teil der Problems“, kritisierte Lanz weiter. „Ich will Sie jetzt nicht in die Enge treiben, das kann passieren, ich finde trotzdem, dass Sie das als Regierungschef genau wissen müssten.“ Der Fehler liege aber nicht bei Müller allein, die undurchsichtigen Regelungen seien das Problem. Das Problem liege bei der Kommunikation, sagte auch die Journalistin Berndt. „Das frustriert die Leute.“

Härtere Regeln ab Sonntag – mit gleichen Vorschriften für Kinder

Ab Sonntag kommt auf ungeimpfte Reiserückkehrer noch eine breitere Testpflicht zu. Das geht aus dem jüngsten Verordnungsentwurf des Bundesgesundheitsministeriums hervor. Grundsätzlich sollen demnächst künftig alle Einreisenden ab zwölf Jahren über einen negativen Testnachweis, einen Genesenen-Nachweis oder einen Impfnachweis verfügen. Interessant ist dabei auch, dass nur noch zwei Kategorien für das Ausland bleiben, deutlich umorientiert.
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Die Stufe eines „einfachen“ Risikogebiets mit einer Inzidenz von über 50 soll wegfallen. Als Hochrisikogebiete sollen dann Regionen schon mit einer Inzidenz von „deutlich mehr als 100“ gelten, statt von 200, wie bisher. Für Kinder unter zwölf Jahren soll die Quarantäne bei einer Rückkehr aus einem Hochrisikogebiet nach dem fünften Tag nach Einreise enden. Bei der Rückkehr aus Virusvariantengebieten sind weiterhin 14 Tage häusliche Quarantäne vorgesehen.
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