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Immunisierungen für Kinder ab zwölf Jahren? Schäuble pocht auf baldiges Impfangebot

© AP Photo / Jean Francois BadiasBundestagspräsident Wolfgang Schäuble (Archiv)
Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (Archiv) - SNA, 1920, 30.07.2021
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Immer unermüdlicher drängen die Politiker auf ein Impfangebot für 12- bis 17-Jährige – nun ist auch Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble mit im Boot. Die Experten der Ständigen Impfkommission (Stiko) hingegen sehen bislang kein erhöhtes Risiko für gesunde Kinder und Jugendliche dieser Altersgruppe.
„Wenn die europäische Zulassungsbehörde zwei Corona-Impfstoffe für sicher und wirksam auch für Kinder ab zwölf Jahren erklärt, spricht aus meiner Sicht sehr viel dafür, die Vakzine auch für diese Gruppe breit zu nutzen“, bestätigte der CDU-Politiker im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ).
Die Corona-Risiken seien auch für Kinder um ein Vielfaches höher als die einer Impfung. Er wünsche sich persönlich als Großvater, dass seine Enkel möglichst bald geimpft werden könnten.
„Es steht dem Bundestagspräsidenten nicht an, die Ständige Impfkommission zu kritisieren. Allerdings darf ich sie an ihre Verantwortung erinnern.“
Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hatte im Mai den Covid-19-Impfstoff von Biontech/Pfizer für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren zugelassen, vor wenigen Tagen folgte auch die Freigabe für Moderna.
Für Deutschland empfiehlt die Stiko die Impfung bisher jedoch nur Kindern und Jugendlichen mit bestimmten Vorerkrankungen wie Adipositas, Diabetes und chronischen Lungenerkrankungen, die ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf haben. Als Gründe nannte die Stiko noch fehlende Daten zur Sicherheit des Vakzins.
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und der deutsche Gesundheitsexperte Karl Lauterbach nach einer Pressekonferenz am 19. März 2021 in Berlin inmitten der COVID-19-Pandemie. Symbolfoto - SNA, 1920, 10.07.2021
Stiko-Chef Mertens: Das ist der Mann, der Spahn und Lauterbach bei Kinderimpfungen Paroli bietet
Zahlreiche Politiker hatten an der Kommission in den vergangenen Wochen für ihr Vorgehen scharfe Kritik geübt, darunter der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU), Gesundheitsminister Jens Spahn, der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach und SPD-Chefin Saskia Esken. Immer wieder fordern sie die Stiko auf, ihre Haltung zu überdenken.
Die Stiko setzt sich aber weiterhin zunehmend dagegen zur Wehr – es ist vor allem ihr Vorsitzender Thomas Mertens, der in der Situation standhaft bleibt.
„Die aktuellen Aussagen von Herrn Söder und anderen Politikern zur Stiko und zu deren Arbeit sind auch unter Berücksichtigung der Wahlkampfzeit ungewöhnlich und müssen korrigiert werden“, teilte das unabhängige Gremium um den Virologen Thomas Mertens mit.
Ziel der Stiko sei das Erarbeiten der bestmöglichen Impfempfehlung für einzelne Menschen und für die Gemeinschaft.
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