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Missbrauchsprozess in München: Thomas Pekny bleibt nach Freispruch Theaterchef

Gericht (Symbolbild) - SNA, 1920, 29.07.2021
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Ein Münchner Gericht hat den Intendanten der Komödie am Bayerischen Hof Thomas Pekny vom Vorwurf des sexuellen Missbrauchs freigesprochen. Erledigt ist das Thema für den 69-Jährigen womöglich noch nicht, weil die Staatsanwaltschaft Revision eingelegt hat. Zudem sind inzwischen Hinweise auf weitere mögliche Betroffene eingegangen.
Das Landgericht München I sprach Pekny am Mittwoch aus Mangel an Beweisen frei. Letztlich habe kein Tatnachweis geführt werden können, sagte der Vorsitzende Richter Nikolaus Lantz laut DPA.
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Der 69-Jährige stand im Verdacht, betrunkene Frauen auf dem Oktoberfest angesprochen und mit in die Proberäume seines Theaters genommen zu haben. Dort soll er sich an den schlafenden Frauen vergangen und davon Videos und Fotos gemacht haben. Die Staatsanwaltschaft hatte vier Jahre und drei Monate Haft gefordert.
Angeklagt waren drei Fälle, allerdings konnte nur bei einem die betroffene Frau gefunden werden. Grundlage für die Ermittlungen waren zahlreiche Bilder und Videos verschiedener Frauen auf Peknys Handy. Bei einem der angeklagten Fälle hatte die Staatsanwaltschaft in ihrem Plädoyer sogar eine Vergewaltigung gesehen.

Pekny bleibt im Amt

Der Freispruch für Pekny sei „eine knappe Geschichte“ gewesen, sagte Richter Lantz in seiner Urteilsbegründung. Möglicherweise sei alles „so harmlos“ gewesen, wie Pekny es gesagt habe. „Wenn nicht, dann haben Sie großes Glück gehabt.“
Pekny hatte im Prozess die Vorwürfe zurückgewiesen. „Ich würde so etwas nie tun, ohne zuvor zu fragen“, ließ er über seine Verteidigerin Eva Maria Krötz verlesen. Die Frauen seien einverstanden gewesen.
Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, weil die Staatsanwaltschaft Rechtsmittel eingelegt hat. Außerdem waren bis Mittwoch Hinweise auf zwei weitere mögliche betroffene Frauen eingegangen, was im Gerichtsprozess aber nicht mehr berücksichtigt wurde.
Die Komödie im Bayerischen Hof hatte noch vor Prozessbeginn mitgeteilt, voll hinter ihrem Chef zu stehen. „Es gilt die Unschuldsvermutung.“ Nach der Urteilsverkündung ließ das Theater wissen, dass Pekny „selbstverständlich seine Ämter weiterführen“ werde. „Das betrifft sowohl die Intendanz als auch die Geschäftsführung.“
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