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FDP-Politikerin hält schnellen Abzug aus Afghanistan für großen Fehler

Bundeswehr-Soldaten (Archivbild) - SNA, 1920, 29.07.2021
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Es ist nun fast genau ein Monat her, seit die letzten Bundeswehrsoldaten das Einsatzgebiet in Afghanistan verlassen haben. Vor diesem Hintergrund sprechen einige von strategischem Scheitern. Auch die FDP-Politikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann verweist dabei auf den fortdauernden US-Einsatz und übt Kritik am überstürzten Abzug deutscher Truppen.
FDP-Verteidigungspolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann bezeichnete den schnellen Abzug aus Afghanistan als „großen Fehler“ nach dem Vormarsch der militant-islamistischen Taliban*. Anstatt mit den Taliban in Doha „bis zum Ende“ zu verhandeln, habe man sich beim Ende des Nato-Einsatzes von Feiertagen wie dem amerikanischen Unabhängigkeitstag am 4. Juli abhängig gemacht, sagte Strack-Zimmermann der Deutschen Presse-Agentur.
Umso bemerkenswerter sei es, dass die US-Luftwaffe nun Angriffe auf die Taliban fortsetze, nachdem die USA das Land als Führungsnation praktisch verlassen und damit den Abzug der internationalen Allianz ausgelöst hätten. „Trotzdem bleiben sie jetzt offensichtlich aus der Luft heraus präsent. Das ist sehr gut“, sagte Strack-Zimmermann.
„Sie legen jetzt nicht die Hände in den Schoß. Neben der Ausstattung der afghanischen Armee wird die Bevölkerung, die von heute auf morgen international alleine gelassen worden ist, es den USA danken.“
Strack-Zimmermann forderte, dass auch aus den Staaten der EU Hilfe kommen müsse.
„Europa sollte die afghanische Bevölkerung mit Entwicklungshilfe und Unterstützung der in Not Geratenen unterstützen. Wegschauen ist kein guter Ratgeber“, sagte sie.
Die USA haben zuletzt angesichts der Offensive der Taliban wieder verstärkt Luftschläge in Afghanistan geflogen. Die Kampfflugzeuge steigen mittlerweile aber von außerhalb Afghanistans auf. Der Abzug der Vereinigten Staaten ist eigenen Angaben zufolge zu 95 Prozent abgeschlossen. Die US-Militärmission in dem Land soll laut Präsident Joe Biden am 31. August enden. Die Bundeswehr hatte ihren Abzug nach Drängen der USA beschleunigt.
Noch ist unklar, ob Washington die Regierung in Kabul danach im Kampf gegen die Taliban mit Luftangriffen unterstützen wird. Bisher hatte US-Verteidigungsminister Lloyd Austin erklärt, dass nach Ende August Luftangriffe nur gegen Al-Kaida** oder andere terroristische Ziele im Land durchgeführt würden.
Unterstützer der Taliban an der afghanisch-pakistanischen Grenze - SNA, 1920, 27.07.2021
Afghanistan
Afghanische Armee vertreibt Taliban aus wichtigem Grenzgebiet
Die Bundeswehr hatte den Abzug zuletzt deutlich vorantreiben müssen, nachdem die US-amerikanische Regierung den Abzug beschleunigt hatte. Die USA als größter Truppensteller hatten sich zunächst auf einen Abzug bis zum 11. September festgelegt, dem 20. Jahrestag der Terroranschläge des islamistischen Netzwerks Al-Kaida in den USA. Demnach hatte die Regierung sich zugunsten eines Abzugs bis zum 4. Juli, dem US-Nationalfeiertag, entschlossen. Nun soll die Mission laut Biden am 31. August enden.
*Unter anderem von der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (Armenien, Kasachstan, Kirgistan, Russland, Tadschikistan, Weißrussland) als Terrororganisation eingestuft, deren Tätigkeit in diesen Ländern verboten ist
**Terrororganisation, in Russland und Deutschland verboten
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