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Ukraine will enger Partner Deutschlands in Energiesparte werden

© SNA / Dmitri Lelltschuk / Zur BilddatenbankGasröhren im Logistikzentrum der Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 2. Mukran, 23. Juli 2021
Gasröhren im Logistikzentrum der Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 2. Mukran, 23. Juli 2021  - SNA, 1920, 28.07.2021
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In der Hoffnung, dass russisches Erdgas künftig seine Bedeutung einbüßt, will die Ukraine ein enger Verbündeter Deutschlands in der Wasserstoffwirtschaft werden.
Er wolle die Ukraine in der Energieschlacht gegen Russland zum Sieger machen, erklärte der Chef der ukrainischen Wasserstoff-Agentur, Alexander Repkin, neulich in Berlin nach Angaben der Zeitung „Die Welt“.

Europas Klimaziele ohne Wasserstoff kaum zu erreichen

„Bisher wurde dieser Kampf ums Erdgas ausgetragen. Aber die Klimaziele Europas und Deutschlands haben zu neuen Perspektiven geführt. Erdgas wird in den nächsten Jahren an Bedeutung verlieren. An seine Stelle, hofft man in Kiew, wird Wasserstoff treten – und die Ukraine zu Deutschlands engem Energie-Verbündetem machen“, schrieb das Blatt.
Repkin zufolge will die Ukraine eine Vielzahl an Windparks mit dem Ziel einrichten, mit dem dabei erzeugten Strom Wasser zu spalten und „grünen“ Wasserstoff zu gewinnen.

Windenergiepotenzial der Ukraine

„Unser Potenzial in der Wasserwirtschaft ist immens. Und dem Potenzial der Windenergie nach liegt die Ukraine an zweiter Stelle nach Großbritannien“, behauptete er.

Diese Energiequelle werde den Strombedarf vielerorts decken, was die Abhängigkeit der Ukraine vom russischen Gas reduzieren werde. „Dass Nord Stream 2 fertiggebaut wird, ist eine Niederlage für die Ukraine. Aber das Land ist fest entschlossen, Russland in der zweiten Hälfte des großen Energiespiels zu überwältigen“, hofft Repkin.
„Deutschland sucht nach ‚grünem‘ Wasserstoff, was alles andere als leicht ist. Es bahnt sich ein ernster Kampf um diesen Rohstoff an“, erklärte er.

Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 2

Die Pipeline Nord Stream 2 hat einen geschätzten Wert von rund 9,5 Milliarden Euro. Erdgas aus Russland soll in die EU durch zwei parallel verlaufende Stränge von mehr als 2400 Kilometern Gesamtlänge fließen – bis zu 55 Milliarden Kubikmeter pro Jahr. Das Projekt wird vom Betreiber Nord Stream 2 AG realisiert, an dem Russlands Gasgigant Gazprom der einzige Aktionär ist. Seine europäischen Partner – Royal Dutch Shell, OMV, Engie, Uniper und Wintershall – hatten sich verpflichtet, das Projekt jeweils mit 950 Millionen Euro zu finanzieren und somit die Hälfte der Kosten zu decken.

Gegner des Projekts

Mehrere Länder stemmen sich gegen das Projekt. Die USA behaupten, eine zu starke Abhängigkeit Europas von russischem Gas zu befürchten, und wollten das Projekt mit Sanktionen stoppen, um russisches Pipelinegas in Europa durch ihr deutlich teureres verflüssigtes Erdgas (LNG) zu ersetzen.
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Auch osteuropäische Staaten wie Polen und die baltischen Länder lehnen die Pipeline ab. Die Ukraine befürchtet schwere Einbußen nach einem möglichen Wegfall des russischen Gastransits durch ihr Territorium wie auch den Verlust ihres Status als wichtiges Gastransitland.
Die Pipeline ist mittlerweile zu etwa 99 Prozent fertig. Plänen des Betreiberkonsortiums zufolge dürften die Bauarbeiten an der Gasleitung Ende Sommer abgeschlossen werden.
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