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Regierungskritischer chinesischer Milliardär zu 18 Jahren Haft verurteilt

© AFP 2021 / NOEL CELISChinesischer Milliardär Sun Dawu
Chinesischer Milliardär Sun Dawu - SNA, 1920, 28.07.2021
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In China ist der ehemalige Schweinezüchter und heutige Agrarunternehmer und Milliardär Sun Dawu nach wochenlangen geheimen Anhörungen zu 18 Jahren Gefängnis und einer Geldstrafe von 3,11 Millionen Yuan (umgerechnet rund 405.148 Euro) verurteilt worden.
Dem 67-Jährigen wird nach Angaben der Zeitung „The Guardian“ eine Reihe von Vergehen, darunter „Versammlung einer Menschenmenge zum Angriff auf Staatsorgane“ und „Behinderung der Verwaltung“, vorgeworfen. Außerdem soll der Milliardär und ausgesprochene Unterstützer der chinesischen Dissidenten der Anklage zufolge „Streit geschürt und Unruhe gestiftet“ haben. Solche Vorwürfe werden in China oft gegen Menschenrechtler und Dissidenten verwendet. Das Verfahren war dem Blatt zufolge hinter verschlossenen Türen durchgeführt worden.
„Wenn die Regierung gegen ihre eigenen Gesetze verstößt, um diejenigen zum Schweigen zu bringen, die über die Mittel verfügen, die Verpflichtungen sozialer Gerechtigkeit und offizielle Rechenschaftspflicht zu unterstützen, schwächt das die Vitalität der chinesischen Wirtschaft und die Versprechen ihrer Regierung, nach dem Gesetz zu regieren“, zitiert die Zeitung Ramona Li, die leitende Forscherin des chinesischen Menschenrechtsverbandes „CHRD“.
Sun bestritt den Angaben zufolge viele der gegen ihn erhobenen Vorwürfe, gestand allerdings, einige Fehler begangen zu haben, darunter das Posten von Nachrichten im Internet und nicht näher bezeichnete Fehler „im Zusammenhang mit der Landfrage“.
„Die Art und Weise, wie sie mich jetzt untersuchen, lässt diejenigen, die uns nahe stehen, leiden, und diejenigen, die uns hassen, sich freuen. Ich möchte die Anschuldigungen auf mich nehmen, auch wenn sie schwerwiegend sind, im Austausch für die Freilassung anderer. Wir sind Menschen, die einen Beitrag zur Gesellschaft geleistet haben“, sagte er.
EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen auf einer Pressekonferenz zu Problemen der Bekämpfung der Corona-Pandemie. Brüssel, 17. Februar 2021 - SNA, 1920, 15.06.2021
Menschenrechte sind Trennungspunkt für EU und China – von der Leyen
Sun Dawu ist der Gründer des landwirtschaftlichen Unternehmens „Dawu Agricultural and Animal Husbandry Group“. Dank seinem milliardenschweren Geschäft hat er ungefähr 9000 Menschen mit Arbeitsplätzen versorgt und eine Firmenstadt errichtet, um seine Vision einer gerechten ländlichen Gesellschaft widerzuspiegeln. Deren Einwohner haben einen kostenlosen oder ermäßigten Zugang zu Gesundheits-, Schul- und Unterhaltungsmöglichkeiten.
Sun war der Zeitung zufolge Mitglied der Kommunistischen Partei und bekleidete lokale Regierungsämter, unterstützte zugleich jedoch Menschenrechtsanwälte und Dissidenten. 2003 war er bereits wegen „illegaler Spendensammlung“ zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden, die nach massiver öffentlicher Unterstützung aber aufgehoben wurde.
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