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Gestern Zarewitsch, morgen Teufel: Deutsche Stars in russischen Filmen

CC BY-SA 4.0 / Manfred Werner / Wikimedia Commons (cropped)Der deutsche Filmschauspieler August Diehl
Der deutsche Filmschauspieler August Diehl - SNA, 1920, 28.07.2021
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Der deutsche Filmschauspieler August Diehl wird im neuen russischen Film „Woland“ die Titelrolle übernehmen. Es handelt sich um eine Verfilmung des Kultromans „Der Meister und Margarita“ von Michail Bulgakow. Diehls Kollege Lars Eidinger hat bereits 2017 im russischen Skandalfilm „Mathilde“ den Thronfolger Nikolai Romanow gegeben.
Woland, wie er im Roman „Der Meister und Margarita“ von Michail Bulgakow beschrieben wird, „ist ein Ausländer mit deutschem Akzent, etwas über 40 Jahre alt“, wird der Drehbuchautor Roman Kantor von der russischen Internet-Zeitung „Kinopoisk“ zitiert. „Wir wollten den schlagenden Kontrast zwischen ihm und den anderen Figuren des Romans deutlich machen. Im Vergleich zum Roman wird Woland in unserem Film eine noch größere Rolle spielen.“

„Wir sind zuversichtlich, im großartigen Schauspieler August Diehl einen idealen ‚Woland‘ gefunden zu haben“, fügte der Filmregisseur Michail Lokschin hinzu.

„Bei der Besprechung dieser Rolle hat uns August dadurch bestochen, wie hervorragend er das Buch ‚Der Meister und Margarita‘ kennt, aber auch durch seine Vision, wie die Vielfältigkeit des Charakters und des Intellekts seiner Figur dargestellt werden sollte.“
Laut der veröffentlichten Filmsynopsis handelt es sich allerdings um ein Drama, das nur „lose“ auf Bulgakows Roman basiert. Der gehört zu den meistgelesenen russischsprachigen Büchern des 20. Jahrhunderts und wurde bereits mehrmals verfilmt. In der literarischen Vorlage, deren Handlung im Moskau der 1930er Jahre spielt, taucht Woland (alias der Teufel) im Moskau der 1930er Jahre auf. Zusammen mit seinem diabolischen Gefolge wirbelt er den sowjetischen Alltag ziemlich gründlich auf. Als Epigraph zum Roman diente Bulgakow ein Zitat aus Goethes „Faust“, in dem Mephisto sich selbst beschreibt:

„...Nun gut, wer bist du denn? – Ein Teil von jener Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft.“

In Russland ist Schauspieler Diehl unter anderem dank seiner Rollen in Filmen wie „Der junge Karl Marx“ und „Inglourious Basterds“ bekannt. Regisseur Lokischns jüngster Film „Silver Scates“ gehörte 2020 zu den auf der Streamingplattform Netflix am häufigsten abgerufenen Streifen. Die Dreharbeiten zu „Woland“ haben bereits begonnen, der Kinostart ist für Ende 2022 geplant. Das Filmbudget wird auf 15 Millionen US-Dollar veranschlagt.
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Lars Eidinger in „Mathilde“: Deutscher Star im russischen Skandalfilm

Diehls Kollege Lars Eidinger hatte 2017 im Streifen „Mathilde“ des russischen Regisseurs Alexej Utschitel mitgewirkt, der in Russland bereits vor der Premiere für heftige Diskussionen sorgte. In dem Melodram ging es um den jungen Thronfolger Nikolai Romanow, der sich vor der Inthronisierung 1896 als Zar Nikolaus II. eine Liebesaffäre mit der Ballerina Matilda Kschessinskaja erlaubte.
Da der letzte russische Zar im Jahr 2000 von der russisch-orthodoxen Kirche heiliggesprochen wurde, bewerteten viele in Russland die Filmstory als eine Verunglimpfung seines Andenkens. Der Skandal verhinderte allerdings nicht den Kinostart in Russland und den anschließenden recht erfolgreichen internationalen Vertrieb.
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