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Brisantes Papier: RKI beharrt auf Inzidenz als „Leitindikator“ und erklärt vierte Welle für begonnen

© REUTERS / POOLDer Präsident des Robert Koch-Instituts Lothar Wieler nimmt am 13. Juli 2021 in Berlin an einer Pressekonferenz zu Corona-Pandemie teil.
Der Präsident des Robert Koch-Instituts Lothar Wieler nimmt am 13. Juli 2021 in Berlin an einer Pressekonferenz zu Corona-Pandemie teil. - SNA, 1920, 28.07.2021
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Die Sieben-Tage-Inzidenz sollte nach einem Papier des Robert-Koch-Instituts (RKI) weiterhin der Leitindikator für die Infektionsdynamik bleiben. Was bedeutet das für die Corona-Politik?
„Inzidenz ist Leitindikator für Infektionsdynamik (hohe Inzidenzen haben zahlreiche Auswirkungen)“, zitiert die Deutsche Presse-Agentur aus dem Papier, das nur einzelnen Medien vorliegt. Die Sieben-Tage-Inzidenz bleibe wichtig, um die Situation in Deutschland zu bewerten und frühzeitig Maßnahmen zur Kontrolle zu initiieren. Das Papier hatte RKI-Präsident Lothar Wieler am Montag bei einer Schaltkonferenz mit den Chefs der Staatskanzleien der Länder präsentiert. Wie die „Bild“-Zeitung berichtete, soll es in der Schalte zum Streit gekommen sein, weil viele Länder offenbar nicht mit der Inzidenz als wichtigstem Kriterium einverstanden sind.
Aktuell liegt die Inzidenz in Deutschland bei 15, seit drei Wochen steigt sie allmählich. Auch der Anteil der Hospitalisierungen steige seit rund zwei Wochen, geht es aus dem RKI-Papier hervor. Das Fazit sei eindeutig: „Die vierte Welle hat begonnen.“ Um sie aber flach zu halten, seien hohe Impfquoten alleine nicht ausreichend, steht im Papier weiter. Zusätzliche „Basis-Schutzmaßnahmen“ seien notwendig, wie etwa Kontakt- und Mobilitätseinschränkungen, um zu verhindern, dass die Patientenzahlen in Krankenhäusern zu sehr steigen.
Kabinen eines Impfzentrums im Erika-Hess-Eisstadion zur Bekämpfung der Covid-19--Krankheit in Berlin. Symbolbild - SNA, 1920, 06.07.2021
RKI passt Impfquote an – Neues Ziel: 85 Prozent schon bei Jugendlichen und 90 Prozent bei Älteren
Damit widerspricht das RKI jedoch selbst den Äußerungen des Bundesgesundheitsministers Jens Spahn (CDU). „Da die gefährdeten Risikogruppen geimpft sind, bedeutet eine hohe Inzidenz nicht automatisch eine ebenso hohe Belastung bei den Intensivbetten“, schrieb Spahn Mitte Juli auf Twitter. „Die Inzidenz verliert zunehmend an Aussagekraft, wir benötigen nun noch detailliertere Informationen über die Lage in den Kliniken.“
Auch die neuesten Daten auf Gibraltar haben das ohnehin niedrige Vertrauen in die Inzidenz erschüttert. Die Regierung der Halbinsel hatte zuvor zwar eine Impfquote von 100 Prozent gemeldet, doch die Inzidenz ist danach auf 600 gestiegen. Dass die Impfquote dort aber tatsächlich bei 100 Prozent liegt, haben viele Medien angezweifelt.
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