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IG-Metall-Chef Hofmann: Union und FDP „veräppeln“ Wähler mit ihren Steuerplänen

© AFP 2021 / Daniel RolandIG-Metall-Chef Jörg Hofmann (Archivbild)
IG-Metall-Chef Jörg Hofmann (Archivbild) - SNA, 1920, 27.07.2021
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IG-Metall-Chef Jörg Hofmann hat die Steuerversprechen von Union und FDP gegenüber der „Süddeutschen Zeitung“ (SZ) scharf kritisiert und alternative Maßnahmen erläutert. Das Interview des Gewerkschaftlers erschien in der Zeitung am Dienstag.
„Die Berechnungen des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) zeigen, dass Union und FDP vor allem hohe Einkommen entlasten und die Steuereinnahmen deutlich senken wollen“, kommentierte Hofmann die Entwürfe der beiden Parteien zur Steuerpolitik. Dadurch wird dem IG-Metall-Chef zufolge etwa bei notwendigen Ausgaben für Bildung und Infrastruktur die Handlungsfähigkeit eingeschränkt.
„Als könnte man diese Zukunftsfragen durch Steuersenkungen für Besserverdiener lösen! Mit solchen Versprechen werden doch die Wähler veräppelt“, so Hofmann.
Der Chef der größten deutschen Gewerkschaft wies zudem darauf hin, dass die Reformen der letzten Jahrzehnte einseitig die Mittelschicht und niedrige Einkommen belastet hätten. Deshalb würde er lieber kleinere Einkommen „bis hin zur Mittelschicht mit 5000, 6000 Euro Brutto-Monatsverdienst um 400 bis 700 Euro im Jahr“ entlasten.
„Die Bürger sollten sich fragen: In was für einem Land wollen wir leben? Ich halte auch Facharbeiterinnen für Leistungsträger. Nicht nur Unternehmer und Manager“, hieß es in dem Gespräch mit der SZ.
In Bezug auf seine eigene Industrie hätte Hofmann sich einen Steuerbonus gewünscht, der die Reduzierung der Arbeitszeit in Metall-Firmen auf vier Tage die Woche ermöglichen würde. Nach seinen Worten ist es auch im Interesse der Politiker, wenn sie die Transformation der Autoindustrie und weiterer Branchen zur Dekarbonisierung ohne massiven Jobverlust bewältigen wollen.
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Dafür sollte die Bundesregierung den tariflich vereinbarten Teillohnausgleich von Steuern befreien, findet der IG-Metall-Chef. Auch ein Teil des Nettolohnverlusts könnte wie beim Kurzarbeitergeld ersetzt werden, beispielsweise auf 60 Prozent, befristet auf drei Jahre.
„Im Mittelpunkt muss eine echte Chance auf Qualifizierung und berufliche Neuorientierung im Betrieb stehen“, betonte Hoffmann.
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