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Syrischen Schuljungen verleumdet: Rechtsradikaler in Großbritannien muss Schadenersatz zahlen

© SNA / Wladimir Fedorenko Ein Gerichtsurteil (Symbolbild)
Ein Gerichtsurteil (Symbolbild) - SNA, 1920, 23.07.2021
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Der rechtsradikale britische Aktivist Tommy Robinson muss einem syrischen Flüchtling 100.000 Pfund (umgerechnet etwa 117.000 Euro) Schadenersatz zahlen, weil er ihn auf Facebook verleumdet hatte. Das geht aus einem am Donnerstag erlassenen Urteil eines britischen Gerichts hervor.
Robinson, dessen bürgerlicher Name Stephen Yaxley-Lennon ist, reagierte online auf ein im Oktober 2018 veröffentlichtes Video. Es zeigte, wie der damals 15-jährige Dschama Hidschasi von Mitschülern an seiner Schule in Huddersfield, West Yorkshire, angegriffen wurde. In zwei daraufhin veröffentlichten Videos, die von mindestens 950.000 Menschen angesehen und 25.000 Mal geteilt wurden, behauptete Robinson, der Teenager habe zuvor „junge englische Mädchen“ an seiner Schulde angegriffen und er sei selbst ein Gewalttäter.
Laut dem Richter Matthew Nicklin war Robinson nicht in der Lage, seine Behauptungen zu beweisen. Die Anschuldigungen gegen Hidschasi seien „sehr ernst“ gewesen und der Junge habe aufgrund der Videos „besonders schwerwiegende“ Konsequenzen erlitten. Nun muss Robinson neben dem Schadenersatz in Höhe von 100.000 Pfund auch für die Gerichtskosten aufkommen, die sich auf Hunderttausende von Pfund belaufen.
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Der betroffen Junge kam im Oktober 2016 mit seiner Familie im Rahmen des syrischen Neuansiedlungsprogramms der britischen Regierung nach Großbritannien. Wie „Euronews“ mit Hinweis auf die Worte des Jungen berichtet, erhielt er nach der Veröffentlichung der Videos eine Flut von Hassmails und unerwünschten Kontakten in den sozialen Netzwerken, was ihn dazu drängte, seinen echten Namen nicht mehr zu verwenden. Laut der Anwältin des Jungen erhielt er sogar Morddrohungen. Die Polizei forderte seine Familie auf, alle Türen und Fenster geschlossen zu halten, wenn er allein im Haus war.
„Meine Familie und ich waren gezwungen, Huddersfield zu verlassen und in einen anderen Teil des Landes zu ziehen, um Risiken für meine und die Sicherheit meiner Familie zu vermeiden“, zitiert „Euronews“ den Jungen.
Robinson ist Gründer und Ex-Chef der rechtsextremen Gruppierung English Defense League, die nach eigenen Angaben gegen die „Bedrohung durch den Islam“ kämpft. Dem Gericht sagte Robinson, er sei bankrott, obwohl er zuvor Hunderttausende Pfund an Spenden von rechten Gruppen in Großbritannien erhalten hatte. Vor rund vier Jahren wurde er Medienberichten zufolge zweimal wegen Missachtung gerichtlicher Beschränkungen inhaftiert, weil er live aus britischen Gerichtsgebäuden über einen Strafprozess gegen muslimische Angeklagte wegen Vergewaltigung berichtet und vorsätzliche Äußerungen veröffentlicht hatte.
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