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20.000 für Olympisches Gold „bisschen peinlich“ – Verdienen deutsche Athleten zu wenig?

© CC0 / moritz320 / PixabayOlympia-Medaillen (Symbolbild)
Olympia-Medaillen (Symbolbild) - SNA, 1920, 23.07.2021
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Im internationalen Vergleich sind deutsche Preisgelder für Olympia-Medaillen recht niedrig – für manche Sportler zu niedrig. Die Deutsche Sporthilfe will von einer Erhöhung aber nichts wissen, sie setzt auf dauerhafte Förderung. Wie sieht es in anderen Ländern aus?
Werden sportliche Höchstleistungen in Deutschland zu wenig gewürdigt? Für olympische Medaillen zahlt die Deutsche Sporthilfe 20.000 für Gold, 15.000 Euro für Silber und 10.000 Euro für Bronze. Zudem gibt es bis Rang acht noch 1500 Euro. Wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet, sind nicht alle Athleten damit zufrieden. „Es ist ein bissl zu wenig, man präsentiert ja auch das Land, da erwartet man dann schon, dass ein bissl mehr Anerkennung kommt“, zitiert sie den Kanuten Sideris Tasiadis, dem 2012 als Olympia-Zweiten schon eine Prämie überwiesen wurde. „Ein bisschen peinlich“ findet das Sieger-Preisgeld auch Ruder-Weltmeister Oliver Zeidler. Da hätte man „mindestens eine Null dranhängen“ können.
Im internationalen Vergleich sind die deutschen Preisgelder tatsächlich recht bescheiden. So bekommen US-amerikanische Olympia-Teilnehmer für eine Goldmedaille 37.500 US-Dollar (31.856 Euro), für Silber 22.500 US-Dollar (19.113 Euro) und für Bronze 15.000 US-Dollar (12.742 Euro). Andere sind da sogar noch wesentlich großzügiger. Laut einem Bericht von „Money Under 30“ aus dem Jahr 2019 verdienten Athleten aus Singapur pro Goldmedaille eine Million US-Dollar, während indonesische Olympiasieger sich über ein Preisgeld von 750.000 US-Dollar freuen konnten.
Für russische Athleten sind die Preisgelder seit 2012 wie folgt festgelegt: Für Gold gibt es vier Millionen Rubel, für Silber 2,5 Millionen Rubel, für Bronze 1,7 Millionen Rubel. Wegen der Inflation sind diese Preisgelder jedoch nicht mehr so viel wert wie noch vor ein paar Jahren. Hatte die Prämie für Gold 2010 noch einen Gegenwert von 100.000 Euro, sind es heute 46.400 Euro, schreibt „m.sport-express.ru“. Dennoch: Verglichen mit den deutschen Olympiasiegern werden die russischen Athleten deutlich höher für ihre Spitzenleistungen entlohnt.
Säbelfechter und deutscher Athletensprecher Max Hartung findet kontinuierliche Sportförderung wichtiger als Prämien für den Erfolg, außerdem sind ihm hohe Preisgelder suspekt. „Länder und besonders autoritäre Staaten, die durch Sporterfolge ihr nationales Prestige steigern wollen, zahlen hohe Prämien und verursachen damit auch ungeheure Anreize zu betrügen und alles dafür zu tun“, zitiert ihn die DPA. „Ich würde nicht für ein anderes Land starten wollen.“
Proteste in Tokio vor Start der Olympischen Spiele - SNA, 1920, 23.07.2021
Proteste in Tokio vor Start der Olympischen Spiele
Die großen Unterschiede bei den Preisgeldern scheinen vor allem auf strukturelle Unterschiede zurückzuführen zu sein. So betont die Deutsche Sporthilfe, sie sehe ihre Aufgabe in der dauerhaften Förderung der Athleten, statt in der Ausschüttung hoher Prämien. Im Interview mit der DPA erklärt der Vorstandsvorsitzende Thomas Berlemann: „Unsere Mission ist nicht ausschließlich, Erfolg zu belohnen, sondern kontinuierlich Athleten zu entwickeln und sicherzustellen, dass sie erfolgreich sein können und am Ende vielleicht in unserer ‚Hall of Fame‘ landen.“ Dass es ohne kontinuierliche Förderung schwierig werden kann, zeigt das Beispiel der US-Kanutin Shaye Hatchette. Diese erzählte dem Magazin „Vice“ im Vorfeld der Spiele von Tokio: „Der ganze Weg bis zu den Olympischen Spielen ist komplett selbstfinanziert. Wenn du es zu den Olympischen Spielen geschafft hast, werden deine Reisekosten übernommen, aber du wirst damit kein Geld verdienen, wenn du nicht eine Medaille gewinnst oder Sponsorenverträge außerhalb des Olympischen oder des Paralympischen Komitees bekommst. Es ist ein schwieriger Weg.“ Hatchette war gezwungen, im April eine Crowdfunding-Kampagne auf „Go Fund Me“ zu starten, um ihre Reisekosten zu den Qualifikationswettbewerben in Ungarn und Russland bestreiten zu können.
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