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Мусор после проливных дождей в Бад-Нойенар-Арвайлере, Германия  - SNA, 1920
Hochwasser in Deutschland
Aktuelle Informationen zu Hochwasser in Deutschland

Flutkatastrophe in Deutschland: Folge der Erderhitzung?

© AP Photo / Michael ProbstÜberschwemmung in Deutschland
Überschwemmung in Deutschland - SNA, 1920, 23.07.2021
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Aufgrund des Temperaturanstiegs kommt es zu immer häufigeren und auch immer intensiveren Extremwetterereignissen wie den aktuellen Starkregenfällen, sagte Dr. Thomas Abeling vom Kompetenzzentrum Klimafolgen und Anpassung im Umweltbundesamt (UBA) gegenüber SNA.
Die durchschnittliche Jahrestemperatur in Deutschland ist seit 1881 bereits um 1,6 Grad gestiegen – stärker als weltweit. Die Zahl der Hitzetage mit Höchsttemperaturen über 30 Grad Celsius hat sich fast verdreifacht und die Winterniederschläge stiegen um 27 Prozent. „Im Zuge der Erderhitzung nehmen Anzahl und Stärke von einigen Extremwettereignisse zu“, so der Experte. „Dazu gehören neben Hitzewellen auch Starkregenereignisse. Steigende Temperaturen beeinflussen das Wettergeschehen dabei auf vielfältige Art und Weise, u.a. über eine höhere Wasseraufnahme in der Atmosphäre. Anhaltspunkte zum direkten Zusammenhang zwischen Wetter und Erderhitzung liefert auch die Attributionsforschung, in Folge derer Aussagen möglich sind, inwieweit die Erderhitzung einzelne Wetterereignisse wahrscheinlicher macht.“
„Die Ergebnisse bisheriger Studien zeigen klar, dass die Erderhitzung einige Extremereignisse deutlich wahrscheinlicher macht bzw. Ereignisse (wie beispielsweise die aktuelle Hitzewelle in Nordamerika) ohne den Klimawandel nahezu unmöglich wären“, so der Experte.

Naturbasierte Lösungen verstärkt einsetzen

Abeling weiter: „Wenn mit historischen Wiederkehrintervallen (z.B. dem 100-jährigen Hochwasser oder dem 15-jährigen Starkregen) als Bemessungsgrundlage für Infrastrukturen gebaut wird, fehlt eine Berücksichtigung von aktuellen Trends und Ereignissen, die alles bisher Bekannte übertreffen. Solche neuen Methodiken bräuchte man, sonst wird es immer häufiger zu solchen ,Überlastfällen‘ bei häufigeren und heftigeren Extrema kommen. Andererseits bekommt die Infrastruktur dann eine Dimension, die die Bauträger nicht bezahlen können oder wollen. Daher sollten verstärkt naturbasierte Lösungen zum Einsatz kommen, mit denen beispielsweise Wasser mehr Raum gegeben wird.“
„Aktuelle Analysen und Managementstrategien gehen dabei oft zu sehr von Einzelrisiken aus (z.B. Flut), berücksichtigen aber kaum Risiko-Kaskaden (Flut – Infrastrukturversagen bei Energie/Wasser/IKT/Verkehr/Gesundheit usw.), fügt der Experte hinzu. „Die aktuelle Klimawirkungs- und Risikoanalyse ist ein gutes aktuelles Beispiel für die Berücksichtigung von Wirkungsketten.“

Sogenannte Jahrhunderthochwasser kommen immer häufiger vor

Bei einem ungebremsten Klimawandel würden die Risiken durch Hitze, Trockenheit und Starkregen im gesamten Bundesgebiet künftig stark ansteigen. Das zeigen die Ergebnisse der Klimawirkungs- und Risikoanalyse des Bundes, die im Juni von Bundesumweltministerium und Umweltbundesamt vorgestellt wurde. Die Schäden wirken sich dabei wie bei einem Dominoeffekt von bereits heute stark belasteten Ökosystemen wie Böden, Wäldern und Gewässern hin zum Menschen und seiner Gesundheit aus.
„Landschaften und Städte müssen wir so umbauen“, sagte bei der Präsentation der Studie Dirk Messner, Präsident des Umweltbundesamtes, „dass sie sich ohne Schäden an Ökosystemen, Häusern und Infrastrukturen wie ein Schwamm mit Wasser vollsaugen und es wieder abgeben können. Wir müssen asphaltierte Flächen verkleinern oder mit wasserdurchlässigen Baustoffen ersetzen, Freiflächen und Begrünung schaffen und den Flächenverbrauch so schnell wie möglich reduzieren. Viele dieser Anpassungsmaßnahmen stärken nicht nur die Ökosysteme, sondern verbessern zugleich die Lebensqualität und die Gesundheit der Menschen.“
Einschätzungen zu der Frage, ob die Gefahr der Überflutung von vielen Menschen unterschätzt werde, lassen sich u.a. aus der Umweltbewusstseinsstudie des UBA ableiten, merkt Dr. Abeling an. „Aktuelle Daten dazu zeigen beispielsweise, dass 44 Prozent der Befragten angeben, sich über das richtige Verhalten im Katastrophenfall zu informieren, weitere 20 Prozent nehmen sich das für die Zukunft vor. Etwa die Hälfte der Befragten sieht dafür allerdings keinen Bedarf. 50 Prozent der Befragten geben zudem an, dass sie genügend Vorsorgemaßnahmen treffen.“
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