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„Es war schrecklich“: Bestatter aus Rheinbach holt 35 Opfer aus Überschwemmungsorten

© REUTERS / THILO SCHMUELGENFlutkatastrophe in Deutschland
Flutkatastrophe in Deutschland  - SNA, 1920, 23.07.2021
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Der Bestatter aus Rheinbach Ferdinand Pfahl ist in der vergangenen Woche in den vom Hochwasser betroffenen Gebieten in Nordrein-Westfalen unterwegs gewesen. Gegenüber der Agentur DPA hat er seine Eindrücke vom Geschehen geteilt. Ihm zufolge hat er bislang 35 Opfer aus den Krisenorten holen müssen.
„Es war schrecklich“, sagte Pfahl, als er sich an die Bilder aus Bad Münstereifel und Euskirchen erinnerte.
Der Empfang nur per Funkgerät, aufgerissene Straßen, zerstörte Häuser, Menschen seien verzweifelt, schilderte er. Wie der Rheinbacher weiter betonte, wurde er von der Polizei im Kreis Euskirchen beauftragt, Verstorbene abzuholen. Dort kosteten die Wasserfluten mindestens 26 Menschen das Leben – mehr als die Hälfte der bekannten Todesopfer in NRW.
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Die Flutopfer seien daraufhin zunächst in einen Kühlraum auf dem Friedhof in Euskirchen gebracht worden, so Pfahl. Schließlich seien sie in Pfahls Bestattungshaus nach Bonn geliefert worden. Von dort aus habe man sie nach spätestens zwei Tagen Lagerung für die Obduktion in die Kölner Gerichtsmedizin gebracht.
„Ich hab in meinem Leben schon viele Tote gesehen – aber so eine Naturkatastrophe, das muss ich selber erst mal verarbeiten“, zitierte die Agentur den 62-Jährigen.
Zeitweise sei der Platz in seinem Kühlraum eng geworden. Unter den Toten war laut Pfahl eine junge Mitarbeiterin, die in Rheinbach bei den Fluten von einer zusammenstürzenden Brücke gefallen war. „Das hat mich am meisten mitgenommen.“
Am vergangenen Donnerstagmorgen hat Pfahl nach eigenen Worten die Polizei in Rheinbach zum ersten Mal um Hilfe gebeten. Ein Mann in einem vollgelaufenen Keller sei ertrunken. Daraufhin sei Pfahl den Tag über immer öfter gerufen worden. Seine Mitarbeiter stellte Pfahl zu Teams zusammen, um in Autos im Kreis Euskirchen die Verstorbenen abzuholen.
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Pfahls Bestattungshaus sei wie viele der Häuser im Kreis Euskirchen überflutet worden. Momentan gebe es dort keinen Strom. Die Wucht der Wassermassen bekämen auch andere Bestatter in Nordrhein-Westfalen und in Rheinland-Pfalz zu spüren.
Vorige Woche hatte ein Unwetter mit Starkregen eine verheerende Flut in Rheinland-Pfalz und NRW ausgelöst: Bei der Hochwasser-Katastrophe kamen nach bisherigen Erkenntnissen mehr als 170 Menschen ums Leben. Teile der Region Ahrweiler haben noch immer weder Wasser noch Strom.
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