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Spähangriffe mit Pegasus: Israel gründet Spezialteam

© AFP 2021 / MARIO GOLDMANDie Webseite von der Überwachungssoftware Pegasus
Die Webseite von der Überwachungssoftware Pegasus  - SNA, 1920, 22.07.2021
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Die mögliche Ausspähung der Mobiltelefone zahlreicher Staatschefs und Journalisten mit der von der israelischen Firma NSO verkauften Überwachungssoftware Pegasus hat die internationale Gemeinschaft alarmiert. Nun soll Israel Medienberichten zufolge ein eigenes Spezialteam gegründet haben, um die Affäre selbst zu untersuchen.
Es sei eine Taskforce aus verschiedenen Ministerien eingesetzt worden, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Verweis auf zwei mit den Vorgängen vertraute Personen am Mittwoch in Israel.
Die Gruppe umfasse hochrangige Vertreter des Verteidigungsministeriums und der Geheimdienste sowie Diplomaten. Ein Insider erklärte, das Team werde vom Nationalen Sicherheitsrat geleitet, der direkt Ministerpräsident Naftali Bennett unterstellt sei. Das Ziel der Untersuchung sei, die Vorgänge zu ergründen. Neue Exportbeschränkungen für die Spähsoftware seien dagegen unwahrscheinlich.
Die NGO Amnesty International - SNA, 1920, 21.07.2021
Pegasus-Affäre: Marokko bestreitet Ausspäh-Vorwürfe
Der Programm-Hersteller NSO erklärte zu der von Insidern geschilderten Einsetzung einer Taskforce, das Unternehmen begrüße jede Entscheidung der israelischen Regierung.

Fall Pegasus

Laut einer umfassenden Untersuchung der französischen Organisation Forbidden Stories und der NGO Amnesty International, die am 18. Juli veröffentlicht wurde, wurden mehrere tausend Telefonnummern von Journalisten und Politikern durch die israelische Spähsoftware Pegasus gehackt.
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und mehrere Regierungsmitglieder waren der Tageszeitung Le Monde zufolge 2019 mögliche Ziele des an staatliche Stellen verkauften Spähprogramms. Eine von Macrons Mobilfunknummern stehe auf einer Liste eines marokkanischen Sicherheitsdienstes für eine mögliche Ausspähung, hieß es. Auch eine Nummer von EU-Ratspräsident Charles Michel ist womöglich ausgespäht worden.
Nach Angaben der NSO Group ist die Software für die Überwachung von Terroristen und mutmaßlichen Kriminellen gedacht. Das Ausspähen von Politikerinnen und Politikern fällt demnach nicht unter die erlaubte Nutzung. Die israelische Firma lässt erklären, weder zu ihren Kunden Stellung zu nehmen noch Zugriff auf deren Zielauswahl zu haben. Nach eigenen Angaben verkauft die NSO Pegasus-Lizenzen nur an staatliche Stellen. Man wehre sich gegen falsche Anschuldigungen, werde aber mutmaßliche Fälle von Missbrauch ihrer Software überprüfen und sich gegebenenfalls von Kunden trennen, was in der Vergangenheit bereits geschehen sei.
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